lyon: Eszter Salamon: «Tales of the Bodiless»
Wie wäre es, würden wir als Moorleichen überdauern, ohne Skelett, nur Haut und Haar? Wie wäre es, wenn wir keinen Körper hätten? Oder «körpervoll» wären, um als Substitute für die Körperlosen herzuhalten, als deren Prostituierte? Eszter Salamon erzählt in ihrem neuesten Stück «Tales of the Bodiless. Musical Fiction Without Science» Geschichten vom Verlust des Körpers.
Zusammen mit Bojana Cvejic´ (Konzept und Text), mit Cédric Dambrain und Terre Thaemlitz, die für die Musik zeichnen, mit der Lichtdesignerin Sylvie Garot und Peter Böhm, der den Sound gemacht hat, sammelt Eszter Salamon Stimmen und lässt sie über eine Stunde lang auf das Auditorium los wie in der Geisterbahn. Das erste Wort hat die Choreografin selbst, wenn sie dem Publikum Schauergeschichten erzählt vom Feuer, das von der Bühne auf den Zuschauerraum übergriff, und von den Feuerwehrmännern, die Löschschaum bis in den letzten Winkel des Theaters pumpten, aber leider nichts retten konnten. Doch mittlerweile sei hier feuerpolizeilich alles auf dem neues-ten Stand. Nach der Ansprache erlischt das Licht im Auditorium.
Die Erzählungen vom Verlust des Körpers – die eigentlich Erzählungen vom Verlust der Gestalt sind – geht ...
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Tanz November 2011
Rubrik: kalender und kritik, Seite 43
von Katja Schneider
I.
Es ist 2011. Experten bezeichnen die Gegenwart als «Wissens- und Medienzeitalter». Menschen gehen trotz Cyberwelten in Tanz- und Theaterhäuser. Dafür berühren die Umstürze in Nordafrika den Westeuropäer nur bedingt. Berufsbezeichnungen wie «Schauspieler», «Tänzer» und «Kabarettist» existieren nach wie vor. Vom Ersten erwarten wir, dass er stimmlich, vom Zweiten,...
die lehrerin
angie hiesl, Sie sind eine der wenigen Künstlerinnen, die ausschließlich site-specific, ortspezifisch, choreografieren. Zuletzt haben Sie zusammen mit Roland Kaiser in «Dressing the City und Mein Kopf ist ein Hemd» zentrale Plätze in Köln eingekleidet. Was hat Sie dazu ausgebildet?
Ich studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln...
Dass Sie Tänzer waren, jahrelang an der Deutschen Staatsoper im damaligen Ostteil Berlins, ist bekannt. Sie waren so etwas wie ein Kinderstar. Auf eigenen Wunsch? Oder auf Druck der Eltern?
Weder noch. Die Zeiten waren damals anders und die Eltern froh, wenn sie ihre Kinder nicht auf der Straße wussten. Alles war zerbombt. Riesengroße Bunker standen überall: Das...
