Ekstase
Trance und Ekstase sind für uns Kontrollverluste. Für Burkhard Gladigow in seinem soeben erschienenen Buch «Religionswissenschaft als Kulturwissenschaft» (Kohlhammer) ist Trance eine Besessenheit von außen. Ekstase dagegen ein Heraustreten nach außen. In Trance gerät man etwa durch einen Dämon.
Dieser Wahn mag noch an eine überwundene Form archaischer Religiosität erinnern. Aber er bleibt bloßer Wahn, wenn etwa der haitianische Voodoo-Kult im Westen nur diffamiert wird. Denn wer außer sich ist, gerät außer Kontrolle.
Und was in westlicher Vorstellung außer Kontrolle gerät, muss per se katastrophisch sein.
So unterscheidet auch Mary Douglas in «Ritual, Tabu und Körpersymbolik» (Fischer 1974) in zwei gesellschaftliche Modelle: Gesellschaften der rituellen Praxis (etwa der Katholizismus) verfügen ihr zufolge über eine hohe Bewusstseinskontrolle und eine große Differenzierung in der symbolischen Vergegenwärtigung der transzendenten Ordnung. Den Kulturen der Trance hingegen gesteht sie einen äußerst informellen Charakter zu. Umso schwächer eine Gesellschaft strukturiert ist, um so schneller werde von ihr die Trance als religiöse Ausdrucksform respektiert.
Gabriele Brandstetter hat in ...
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Dass sie in Biarritz gern Neues erfinden, mag an den jodhaltigen Winden des Atlantiks liegen, am Tor zu Spanien und an den vielen skurrilen baskischen Sportarten direkt vor der Tür. Der mondäne Badeort nennt sein Herbstfestival «Le Temps d'aimer la danse». Vor ein paar Jahren erfand man hierzu la gigabarre, eine Ballettstange auf einhundert Metern Strandpromenade...
«Entspricht nicht die ‹Flüchtigkeit› des Tanzes dem neoliberalen Konzept der Vergänglichkeit von Waren und ihrer permanenten Neuproduktion?» Und welche Rolle spielt der Tanzlehrer? «Bei ihm kauft man im Unterschied zu einem Modeverkäufer dessen Körper und Körperwissen: Der Tanzlehrer also: Kunstvermittler, Hure oder Medium einer spezifischen Körpererfahrung?»
So...
Ganz Zagreb ist ein Wohnzimmer
Kein unbedachter Winkel, der nicht möbliert ist mit Schirmen und Sesseln, Theken und Tischen. Jede Straße rund um den Hauptplatz Jelacic ist besiedelt von Cafés voll gewaltigem Geplauder. Jeder kennt jeden. Ein Steinwurf entfernt, in der Ilica 10, entsteht gerade das erste kroatische Tanzhaus, das die Architektengruppe 3LHD im Kino...
