Bochum: Sharon Eyal «Chapter 3»
Sie gilt als Expertin der Verfinsterung, spezialisiert auf körperklaustrophobische Szenarien und Techno-Hospitalismen, die dem Publikum entweder den Atem abschnüren oder ein rauschhaftes Erlebnis bescheren – wobei beides durchaus auch zusammenfallen kann. Sharon Eyal zählt zur Garde der «Muss-man-gesehen-haben»-Choreografen, und das bewahrheitet sich einmal mehr mit ihrem jüngsten Wurf, uraufgeführt zum Abschluss der diesjährigen «Ruhrtriennale» in der Bochumer Jahrhunderthalle.
«Chapter 3 – The Brutal Journey of the Heart», wie gewohnt im Schulterschluss mit dem Co-Kreateur Gai Behar und dem Musikmaschinisten Ori Lichtik ausbaldowert, ist das letzte Kapitel einer Liebes-Trilogie – und verblüffend heiter gestimmt. Jedenfalls im Vergleich zu den beiden Vorläufern «OCD Love» und «Chapter 2» und den düsterkultigen Inszenierungen, mit denen die israelische Tanzmacherin sich und ihr L-E-V-Kollektiv zur international gefragten Marke aufgebaut hat.
Für den optischen Schlüsselreiz sorgen zunächst die hinreißenden Outfits, die Diors Chefdesignerin Maria Grazia Chiuri der neunköpfigen Tänzer-Equipe auf die Leiber geschneidert hat – womit die traditionsreiche Mode-Tanz-Liaison (siehe auch ...
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Tanz November 2019
Rubrik: Kritik, Seite 38
von Dorion Weickmann
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