Rafael Bonachela: «The Land of Yes and the Land of no»

London

Tanz - Logo

Ja, er ist es, der Kylie Minogue und Tina Turner zum Tanzen brachte. Dass ein Choreograf den Ausflug in die Pop-Etage des Tanzes auch gut für eine ernsthaftere Annäherung gebrauchen kann, sah man dem katalanischen Choreografen Rafael Bonachela bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen etwas zu mühelos an. Immerhin dort zeigte das in London beheimatete Ensemble seine veritable Uraufführung von «The Land of Yes and the Land of No».
Pop sells? Das hatte der Choreograf, der seit Beginn des Jahres auch die Sydney Dance Company leitet, wahrscheinlich nicht mal im Blick.

Und doch ahnt man, wenn man die ersten Szenen sieht, was Popgrößen am neuen Liebling der britischen (und demnächst der australischen) Tanzszene schätzen: Sein Bewegungsvokabular ist eine eingängige, locker fließende Modern-Dance-Variante, die Oberflächen poliert, statt am Lack zu kratzen; die Stimmung seines Stücks ist eine seltsame, aber sicher Clip-taugliche Allianz von kühler Distanziertheit und schüchternem Kitsch.
Die sechs Tänzer agieren zurückhaltend und lassen «The Land of Yes and the Land of No» zunächst wirken, als schaue man eine Inszenierung Robert Wilsons im Zeitraffer an – ein Eindruck, den der in satten Farben ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2009
Rubrik: Kalender, Seite 86
von Andrea Kachelrieß

Vergriffen
Weitere Beiträge
One Shared Object. Profit and Loss

Wenn Kinder spielen, wirken sie wie ernsthafte Arbeiter. Sie lauschen mit sämtlichen Sinnen. Im Tanz nennt man diesen wachen, leuchtenden Zustand Präsenz. Martine Pisani und Martin Nachbar, die Französin und der Deutsche, verbindet nicht nur ihr Vorname, sondern die Lust am ernsthaften Spiel, am Zauber des Zufälligen in der Struktur eines strengen Regelwerks, in...

Überleben - im Arbeitsamt

«Ich mache lauter letzte Stücke», sagt Yoshiko Waki im Offenen Kanal, einem Bürgerfernsehen in Rheinland-Pfalz. Der Gründer dieser Anstalt aus Neustadt an der Weinstraße tritt hier als Moderator auf. Wie ein Vogel hockt die schmächtige Yoshiko Waki auf seinen starken Schultern und flötet über den kahlen Kopf von Wolfgang Ressmann hinweg: «Erst kam die Schließung...

Schwer geprüft

Brest, Bretagne, Dezember 2006

Das Ballett der Opéra de Lyon gastiert. Die deutsche Austauschschülerin Alma Toaspern aus Leipzig sitzt in Reihe drei und ist elektrisiert. «Limb’s Theorem» von William Forsythe. Bei Google und YouTube forscht sie nach dem Choreografen, von dem sie noch nie etwas gesehen, geschweige denn gehört hat. «Aber ich wollte die ganze Zeit mit...