Geschwätzige Beine
Dass der Leib das Sprachorgan der Seele ist, wissen wir. Ein ganz körperliches Kommunikationssystem, das weit über die Gebärdensprache hinausgeht, hat nun Rodolpho Leoni ersonnen. Als es noch im Konzept steckte und den Arbeitstitel «Plansprache» trug, brachte es ihm den Deutschen Produzentenpreis für Choreografie. Zur Uraufführung im Düsseldorfer tanzhaus nrw heißt der neue Leoni nun «Speak» und gibt sich so redselig, wie jemand, der nichts zu sagen hat.
Leoni ist ein tanzästhetischer Perfektionist. Die Ausstattung hat ihn nie wirklich interessiert.
Und die drei gewellten Holzwände von Anke Schinka wirken so halbherzig wie die unscheinbaren Alltagskostüme der Künstler. Ausgefeilt bis ins feinste Detail dagegen ist die Choreografie. Fünf Tänzerinnen und einen Tänzer schickt Leoni als zeitgenössische Kommunikationsinstrumente ins Gefecht. Er lässt Etsuko Akiya, Christine Bai, Laila Clematide, I-Fen Lin, Resurección Rivera Rondón und Lotte Rudhart Körpermonologe, -dialoge, ja ganze Körperkonferenzen abhalten. Jenseits jeder konkreten Handlung lassen sich Mini-Dramen interpretieren, Kurzportraits imaginieren. Die anfangs lautmalerische, später jazzige Komposition Philipp Ludwig ...
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