marseille: Arkadi Zaides: «Land Research»
Auf einem unscharfen Foto tappt ein Cursor herum. Dieser Pfeil zieht seine Linie auf einer pixeligen Mauer entlang. Als das Bild scharf wird, fallen schief liegende, monströs hässliche Betonteile ins Auge. Der Cursor, wie ein Füßchen, setzt Markierungen an die Ecken des kaputten Gebildes, sodass ein Umriss darübergezeichnet wird. Nun endlich kann der Himmel abgeschnitten werden. Bleibt der klotzige Beton.
Mit dieser Projektionsperformance, die Daniel Landau mit dem vergrößerten Foto des Fotojournalisten Yuval Tebol veranstaltet, beginnt «Land Research» von Arkadi Zaides.
Später erscheinen weitere Fotos auf der Rückwand der Bühne: etwa eine ferne Ansicht der Mauer, die sich wie ein arroganter Fremdkörper durch die karge israelisch-palästinensische Grenzlandschaft schlängelt, ein kaputtes Gebäude mit Einschusslöchern und einer kahlen Türöffnung. Landau zieht ein mittiges Detail dieses Fotos auseinander, sodass ein Zaun entsteht, der das Bild teilt. Reine Computermontage. Doch die Mauer ist real, das weiß jeder. Und doch geht Zaides auf jene Distanz zu ihr, die so eine Mauer nun mal schafft. Er lässt fünf Tänzer als Solisten auftreten, entsagt damit jeglicher Kollektividee und ...
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Tanz August/September 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 53
von Melanie Suchy
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