Anne Juren
Der «zeitgenössische» Tanz entwickelt sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf zahlreichen verschiedenen Ebenen, die einander beeinflussen und überschneiden. Nur die öffentliche Wahrnehmung von Tanz treibt manche Entwicklungen stärker voran als andere. Es geht dabei – wie schon vor 20 Jahren – um das bekannte Wechselspiel zwischen Produktion, Präsentation und Perzeption. Der Markt hat sowohl Bedarf an etablierten als auch nach neuen Positionen in der Kunst.
Für junge Tanzschaffende ist es heute sicher leichter, international wahrgenommen zu werden als noch vor einem Jahrzehnt. Ein gutes Zeichen. Die aus Grenoble stammende und in Wien lebende Tänzerin und Choreografin Anne Juren allerdings hätte wohl auch in weniger aufgeschlossenen Zeiten früh Aufmerksamkeit erregt. Zur Zeit gehört die 27-Jährige zu jenen jungen Künstlerinnen in Europa, die eine theorienahe Denkweise mit den Möglichkeiten des Tanzens verbinden, sich mit Energie und Repräsentation, Technik und Geschichte, Narration und Perzeption noch einmal – und wieder ein wenig anders als die Protagonisten der 1990er Jahre – auseinander setzen. Juren folgt einem Weg, der nicht mit Dogmen gepflastert ist, sehr wohl aber in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Bruno Beltrão wurde schon früh als Wunderknabe gefeiert. Gerade mal 24 Jahre alt, hat der Brasilianer schon eine ungewöhnliche Karriere hinter sich. Mit 16 tanzte er in seiner eigenen Streetdance-Kompanie. Mit 20 wechselt er von der Straße zur Uni: Er studierte Kunst- und Tanzgeschichte, las Nietzsche und Aristoteles. So fiel er von der reinen Lehre ab und erschuf...
Ah, das gibt es auch noch und von welcher Klug- und Schönheit: Reischl hat für sechs Tänzer ein Ballett kreiert mit dem Titel «Die Suche nach dem Kleid», das freilich sein Engagement bei Forsythe nicht verleugnet, gleichwohl aber eigenständige Merkmale zeigt. Mit großer Sicherheit nutzt er klassisches Körper- und Musikmaterial und webt dennoch Spuren von...
The florentin choreographer Virgilio Sieni, outstanding personality in italian contemporary dance field, deserves a special mention because of his courage and dedication to dance and live arts. He runs in Florence, in the building of Teatro Goldoni, a kind and open space called Cango, where he invites multiartistic performances. In a country where, traditionally,...
