Die Botschafter
«Number Stations» sind Radiofrequenzen, auf denen per Zahlenreihenübertragung geheime Nachrichten versendet werden. Mossad, CIA, KGB und Stasi arbei(te)ten so. Heißt es. Man weiß es nicht gewiss. Entsprechend vage sind die Botschaften von Charles Linehans Choreografie. Schlimmster Verdacht: Vielleicht gibt es die Botschaften nicht, und alles ist Ablenkung. Was das für die fragmentierten Gruppenbilder auf der Bühne heißt? «Happy Days», glückliche Tage, kann zum Glück jeder dekodieren. Ob ironisch oder wörtlich.
Aber Greig Cooke, Barbara Motschiunik und Andreja Rauch sind zu apathisch. Ihre wachsende Leidenschaft basiert nur auf der Steigerungsdynamik der Musik (bearbeitet von Robert Merdzo, von dem Glockenspiel und Stimmengeklirr im ersten Teil stammen). Ist Glück eine Funktion der Anpassung? Winziger Hinweis auf individuelle Regung: Rauchs blonder Zopf. Die ganze Frau ist verhaltene Kraft, spartanische Genauigkeit – bis auf das fröhlich baumelnde Haar. Auf Linie mit Scherenarmen und Schwungbein, aber unzensierbar emotional. Und wär’s bloß Zufall, diese Untertitel verraten erst, welches Potenzial in der Dreiecksgeschichte steckt.
«Absence of clutter», so steht es auf seiner ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mit den Ikonen ist das so eine Sache: Sie leben und leben fort. Und wenn sie nicht gestorben sind ... Es sei denn, sie werden (aus dem) weg-geheiratet. Wie Diana. Die Ex-Prinzessin von Wales und In-Prinzessin der Herzen. Eine sichere Bank, dachte Peter Schaufuss, der Choreograf von «Diana – The Princess. A Celebration». Das Ballett hätte im Vereinigten Königreich...
Afrika ist endlose Savanne und unberührte Küste. Afrika duftet nach unvermuteter Gefahr und unversicherter Existenz. Afrika ist das Schlachtfeld des missionarischen Eifers zweier Religionen. Kirchen und Moscheen in der Größe von Fußballfeldern überragen die Betonhütten in den Vororten. Genützt hat das nichts: Wir sitzen beim schwarzafrikanischen Vize-Botschafter...
Im Juli tritt der Sinn der Mauer zwischen Israel und dem Westjordanland in Kraft. Bis gestern galt: Ein in Jerusalem ansässiger Palästinenser konnte nach Ramallah reisen, wenn er den richtigen Pass hatte. Ein in Ramallah lebender Palästinenser hatte keine Chance, mit dem falschen Pass je die nur 16 Kilometer entfernte Heilige Stadt zu sehen. Nun gilt gleiches...
