Martin Zimmermann
Eigentlich sollte der Museumsdiener einen Sicherheitsdetektor aufstellen, um irgendein Kunstwerk zu schützen. Aber der Boden ist einfach zu glatt, und so rutschen ihm denn die Füße auf und davon, wann immer er einen Schritt in die angepeilte Richtung wagt. Bis der dumme August sie endlich unter die Beine kriegt, haben wir – und wohl auch er – vergessen, was das Ziel des Tanzes war.
Das sind die Situationen, die Martin Zimmermann faszinieren, die er immer wieder choreografiert und auf die Bühne bringt: Menschen, die etwas nicht schaffen, es noch einmal versuchen, wieder und wieder und wieder – und scheitern. Über absurde Szenen wie diese wird weltweit gelacht, sie sind offensichtlich interkulturell verständlich, vielleicht, weil sie zur Conditio humana gehören.
Dünnhäutiger Grenzgänger
Mit Sicherheit gehören sie zu Martin Zimmermann: «Das bin ich – ich rotiere so», sagt er. Unermüdlich stelle er sich infrage. Unermüdlich arbeitet er an seinen Stücken: «Sie sind nie ganz fertig. Ich muss immer weitergehen, weitersuchen, sonst lebt das nicht mehr.» Wir treffen uns in Vevey, wo der Zürcher Künstler gleich nach der Heimpremiere seines neuen Stücks «Eins Zwei Drei» hingefahren ist. ...
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Tanz November 2018
Rubrik: Menschen, Seite 18
von Lilo Weber
Ausziehen, Umziehen, Schluss machen? Über Berlins Boulevardtheater No.1, der Komödie am Kurfürstendamm, schwebte jahrelang das Damoklesschwert eines Umbaus. Im Mai fiel dann der letzte Vorhang, zur neuen Saison hat man übergangsweise im Schiller Theater Quartier bezogen. «Wo wir alle zigmal reinpassen», wie der Schauspieler Oliver Mommsen schon im Januar...
Auch Tänzer werden älter. Es fällt nur selten auf, weil sie in der Regel prompt durch jüngere Kollegen ersetzt werden. Doch wer sagt, dass alle Tänzer jung sein müssen? Tanz ist kein Sport, sondern Kunst. Und die kennt kein Alter. Eigentlich. «Die Senioren hören mit dem Tanzen ohnehin nicht auf. Sie tanzen im Kopf, sie unterrichten, oder sie tanzen am Strand», sagt...
Windwitches – a living spirit
Manchmal ist es wie verhext. Aber in Deutschland haben die «Vindhäxor», wie die «Windwitches» in ihrer schwedischen Heimat heißen, nie eine Rolle spielen können. Anders in London und New York. Dort war die Dansgruppen, 1977 von Eva Lundqvist gegründet, immer wieder präsent – was insofern kein Zufall ist, als die 1951 geborene...
