Ende mit Schrecken
Erst fällt die Guillotine im Off, aber deutlich hörbar. Marie-Antoinette ist tot, das Stück ist aus. Dann fällt der Vorhang. Deutlich langsamer als das Fallbeil. Theatervorhang, Lebensvorhang – der Choreograf Thierry Malandain stellt da einen Zusammenhang her. Er hat über seine Titelheldin geschrieben: «Für diese Liebhaberin des Schauspiels fiel der letzte Vorhang der Komödie ihrer Vergnügungen, und er hatte den Klang einer metallenen Klinge.» Malandain interessiert sich für diese Frau, als Mensch.
Als Königin mit all ihrer Einsamkeit, Eitelkeit, Verspieltheit und Melancholie, ihrer Leidenschaft für Musik und Tanz. Marie-Antoinette leidet unter Beziehungsproblemen, der höfischen Etikette, der Erektionsschwäche ihres königlichen Gemahls und der Überwachung durch ihre kaiserliche Mutter Maria Theresia und deren österreichischen Gesandten. Ihr Hang zum Amüsement ist nicht Gegenstand dieses Handlungsballetts, das Malandain mit seiner Kompanie Malandain Ballet Biarritz in Szene setzt, sondern dessen Ausdrucksmittel. Frank-reichs letzte, 1793 hingerichtete Königin liebte den Tanz und holte 1775 Jean-Georges Noverre nach Paris, den großen Reformer des Balletts. Ein kurzes Gastspiel an der ...
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Tanz Mai 2019
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Thomas Hahn
Simone Sandroni liebt es heißt und brodelig – Bielefelds Tanzchef ist Italiener! Und die Küche also qua Geburt ein göttlicher Ort für ihn. So schickt er jetzt sein zehnköpfiges Ensemble an den Herd, wo es betört von Knoblauch- und Rosmarinwolken nach den eigenen Ursprüngen forscht. Sasha Waltz hat als choreografische Küchenfee einst mit der durchgeknallten...
Beim 23. «Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart» hat Leïla Ka mit «Pode Ser» den 1. Preis Choreografie gewonnen. Für die Zweitplatzierte, Nina Plantefeve-Castryck, gab es vom Publikum zudem den «First Choice Prize» für ihr Stück «All in One» sowie den «Eastman Prize Stuttgart». Die erstplatzierte Tänzerin Linda Cordero Rijo (Foto) räumte mit «No Room Service,...
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