Kalender im Mai
Die pariser rencontres
das ist Verantwortung gegenüber einer wichtigen wilden Tradition. Entsprechend ist aus dem Wettbewerb mit Weltrang inzwischen ein Mammutfestival der kompromisslosen und buchstäblich unvermittelten Tanzkunst geworden: Rencontres chorégraphiques internationales de Seine-Saint-Denis. Die langjährige Chefin Anita Mathieu hat ein bemerkenswertes Talent dafür, den geladenen Stücken das richtige Umfeld zu geben.
Sie schickt die innerstädtische Jugend und die kunstbeflissenen Bürger auf eine logistisch und ästhetisch ausgeklügelte Schnitzeljagd durch die nordöstliche Banlieue. Meist kann man mehrere Stücke an einem Tag, selten aber auf der gleichen Bühne erleben. Ihre Kombination ist so wenig zufällig wie Ort und Zeit. So ist man in Bewegung und entdeckt weit mehr als die Summe der Kunststü-cke. Diesmal stammen die von 22 Choreografen bzw. Kompanien; darunter:
Simone Aughterlony, VA Wölfl, Richard Siegal, Fabrice Lambert, François Chaignaud, Daniel Linehan, Maria Donata D’Urso, Christophe Fiat, Mélanie Demers, Cindy van Acker, Arco Renz,
Iannis Mandafounis, Serge Ricci und Opiyo Okach; Foto: «Border Border Express» von Opiyo Okach, Gaaraprojects, © Ivan Boccara
Die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Eine leere Bühne in monochronem Grau, darüber ein gewaltiger Kronleuchter. Das Licht fällt gerade herab, bildet scharf abgegrenzte Ringe auf dem Boden, die an die strikten Linien von Mondrian-Kostümen in der 1960ern erinnern. Die Tänzer erobern die Bühne in kleinen Gruppen, ihre Bewegungen sind synchronisiert, klassische Ballettpositionen sind angedeutet, doch...
Choreografen, Ihr benutzt mich, als wär ich Euer Liebhaber. Und zärtlich seid Ihr zu Eurem Faun ja auch nicht. Tero Saarinen, der Finne, beschießt mich mit Videos. Anna Ventura, die Katalanin, pflanzt mich auf einen Eisblock. Bernardo Montet macht aus mir ein Reptil. Bei Jean-Claude Gallotta musste ich Bart tragen. Hat man als himmlischer Hirte der Natur nicht...
John Neumeier, Sie sind der Choreograf, der sich am längsten und intensivsten mit dem Werk von Vaslav Nijinsky befasst hat. Sie haben sogar die größte Nijinsky-Kollektion aufgebaut. Warum eigentlich?
Eine Antwort auf die Frage nach dem Warum würde bedeuten, dass ich das absichtlich gemacht habe. Es ist auch nicht so, dass ich eines Tages die Ambition hatte, die...
