Dance for all
Südafrika. Wellblechhütten, Townships. Das sind Millionenstädte, die in der Apartheid wuchsen. Ausufernde Arbeitermetropolen, endlose Landschaften aus Hütten und Märkten, verbunden mit Eisenbahnlinien und Highways, um Arbeitskraft in Minen und Fabriken zu transportieren. Bis das Fass überlief, und das Geld nach dem Ende der Apartheid aus dem Land floh. Hector Peterson, ein 12-jähriger Schuljunge, wurde am 16. Juni 1976 erschossen und durch die Straßen von Soweto getragen – seine Leiche war Auslöser für die großen Aufstände.
Das tote Kind im Arm eines Verzweifelten ziert seit 1994 stolz die Mauern in jedem Township – auch von Kapstadt. Gugulethu, Nyanga, Khayelitsha, Samora, Athlone. So heißen die schwarzen Zonen rund um den Tafelberg, Feuerstellen für überkochende Langeweile inklusive brutalem Fremdenhass, weil Flüchtlinge hineindrängen. Immer mehr ankommen aus Simbabwe, Nigeria, Angola. Die Konkurrenz im Nichtstun wird härter. Eine Schlägerei hier, ein Mord dort. Nicht heimlich, sondern nebensächlich. Manchmal geht es um nichts, um Zänkerei, um Revierstreitereien in Vierteln, deren größter Schatz ein ausrangiertes Auto zu sein scheint, das bis auf die letzte Schraube demontiert ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Vilnius, Europäische Kulturhauptstadt 2009, ist stolz auf die Weltpremiere des neuen Stücks von Tero Saarinen. London und New York waren seine Nebenbuhler. Keine Geringeren. Die Erstaufführung von «Next of Kin» im litauischen National Drama Theater wurde vom Publikum nicht darum gefeiert. Der für seine visuelle Schönheit bekannte Saarinen entführte zu einer...
Matthäus-Passion
«Für mich war es sehr interessant, die Entwicklung von Lloyd Riggins in der Christus-Rolle zu verfolgen. Lloyd ist ein subtiler Tänzer und Schauspieler und würde nie etwas vormachen, was er nicht empfin-det. In den letzten Jahren hat er den Christus öfter verkörpert. Durch die Erfahrungen mit der Rolle fand er zur menschlichen Seite der Figur....
Seit die in Barcelona beheimatete Gruppe Increpación Danza 1997 mit ihrem grandiosen Frauenstück «Wad-ras» beim Meeting Neuer Tanz in Nordrhein-Westfalen gastierte, ist sie in regelmäßigen Abständen mit starken, ungewöhnlichen Flamenco-Choreografien nach Düsseldorf zurückgekehrt. Auch ihr neues, im Rahmen des Flamenco-Festivals im Tanzhaus NRW uraufgeführtes und...
