Foto: Martin Argyroglo

Barcelona: Ola Maciejewska «Bombyx mori»

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Hinter dem dunklen Wirbeln von «Bombyx mori», einem Trio der polnisch-französischen Choreografin Ola Maciejewska, verbirgt sich eine göttliche Geschichte: In der ägyptischen Mythologie entstand das Jenseits als Folge des Mordes an Osiris durch seinen finsteren Bruder Seth. Dieser verteilte die zerstückelte Leiche des Opfers über das gesamte Gebiet Ägyptens. Osiris’ Gemahlin Isis suchte so lange nach den Teilen, bis sie den Körper wieder zusammenfügen konnte.



Isis, Göttin der Geburt wie des Totenreichs, wurde häufig mit Flügeln an den Armen dargestellt. Nun sind im populären orientalischen Tanz seit Ende des vorigen Jahrhunderts seidene Isis-Flügel, die an mit Stöcken verlängerten Armen flattern, wieder in Mode. Was auch als Reminiszenz an Loïe Fullers Serpentinentanz gelesen werden kann, der im Europa des Fin de Siècle Begeisterungsstürme auslöste.

Die Amerikanerin hatte damals diesen Schleiertanz, bei dem der Körper im Wirbel der Isis-Schwingen für Momente völlig verschwand, erfunden und mit schillernden Farbenspielen zu wahren Wunderwerken gesteigert. Deren Schatten beschwört Maciejewska nun herauf. Sie spinnt Fuller mit «Bombyx mori» lateinische Bezeichnung für den Seidenspinner ...

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Tanz November 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 48
von Helmut Ploebst

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