Jochen Roller
Sommer 2004, Proben mit Elettra de Salvo. Elf halb nackte Tänzer sitzen im Innenhof vom Dock 11, weil es drinnen in der Halle viel zu heiß ist. Eine Gruppe amerikanischer Touristen kommt vorbei, blättert im Reiseführer und wirft einen Blick in die Halle. «Damn, these artist’s places never have air-condition.» – «It’s subculture, dad!» – «Oh, so they must have good cappucino here ...» Von wegen.
Ein halbes Jahr später, im Polynesian Cultural Village auf Hawaii. Wieder elf halb nackte Tänzer, die in einem Innenhof sitzen.
In der Halle ist es diesmal angenehm klimatisiert, und es gibt köstlichen Cappucino. Die elf Tänzer kommen aus Samoa und zeigen zeitgenössischen Tanz, wie man ihn heute in Apia tanzt. Wo sie sitzen, steht auf einem Schild neben einer hohlen Kokosnuss: «Feel free to take photographs of the artists. $1 per still picture, $5 per video shot per area.» Nach einer Viertelstunde ist die Kokosnuss voll mit Dollarscheinen. «Thank you for sponsoring contemporary dance», sagt einer der Tänzer.
De Salvo hat nicht kassiert. Subkulturelle Impressionen sind im Prenzlauer Berg noch umsonst. Also: Hohe Zeit für die Grundsteinlegung eines Contemporary Dance Village Berlin! Im ...
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«Um zur Wahrheit zu gelangen, muss man sich einmal im Leben entschließen, alles zu bezweifeln – so weit dies möglich ist».
Beim Aufbruch durchs Dickicht der blogs und Wikis von www.mode05.org drängen sich diese Worte von René Descartes in den Sinn. Kein Wunder. Stellt doch das kollektiv gewachsene, noch wachsende Textmaterial des «meeting on dance eduction 2005» im...
«Wikis» und «(We)Blogs» heißen neue Formen des sprachlichen Umgangs: Auch dieser Text ist so ein kleines Wiki, weil ihn zwei Redakteure schreiben, sich die Meinung also teilen. Große Wikis, Manifeste etwa zur Zukunft der zeitgenössischen Choreografenausbildung, entstehen auf virtuellen Kongressen. Man sitzt am Computer und gestaltet aus Fragen und Kritik die...
“Their (the children’s) taste should be developed from early childhood. They should learn to love the beautiful and impractical as well as the useful and practical. One should give them fairy tales, music, dance, theatre. This is real magic for children, and it is strong enough to overcome many dangers that threaten them, mainly because their minds are unoccupied...
