Sidi Larbi Cherkaoui
Sidi Larbi Cherkaoui ist ein Glaubensforscher. Die Religionen und ihr ideologisches Unheil für die Menschheit, das Paradox zwischen menschlicher Offenbarungssehnsucht und religiöser Tyrannei sind hinreichend Stoff für ein künstlerisches Lebensthema.
In «Origine» will er grundsätzlich werden, zurück zu den Wurzeln der Wurzeln. Von der Mythogenese bis zur Eschatologie. Aber Sidi Larbi Cherkaoui langweilt sich. So ein bisschen welterklärende Komplexität ist für ihn nicht genug.
Er will ja auch Zeitgenosse sein, will sich empören über Immigranten-Diskriminierung und Obdachlosentristesse. Da muss man sich schon anstrengen, wenn man bei diesen drastischen Ebenenwechseln mithalten will. Man will auch. Weil fast jede Szene überzeugt.
Zurück auf null. Die Erde muss geschaffen werden: Der Tänzer Shawn Mothupi schöpft eine unsichtbare Masse vom Boden, wölbt die Hände, als halte er einen Energieball, deutet Tai-Chi-Versenkung an. Doch seine spirituelle Kreation bekommt ein Eigenleben, schwillt an. Am Ende ist der handtellergroße Ball ein Globus, der den Tänzer niederdrückt wie im Mythos die Himmelskugel den Atlas – eine Meditation hat ein Weltgebäude erschaffen.
So war es immer mit der ...
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