Shot AG: «Cinderella 08»
Um dem Cinderella-Komplex eine begreifbare Gestalt zu geben, schnallen sich Nora Schott und Ariane Thalheim Schlittschuhe an und zeigen, wie wenig Spielraum sie im Theater haben. Gut eine Stunde stehen die beiden wie auf tönernen Füßen. Während immer wieder der Soundtrack aus der legendären «Cinderella»-Serie erklingt, kommen sie kaum von der Stelle. Auf Kufen lässt sich nicht normal tanzen. So hat das Stück von Anfang an etwas von einem Dressurakt, dem sich beide bravourös beugen.
Ihren Tanz treibt die «Sehnsucht nach einem äußeren Ereignis, welche das eigene Leben grundsätzlich verändert». Aber da zugleich die «heimliche Angst vor der Unabhängigkeit» hemmt, ist die Ambivalenz vorprogrammiert. Für beide Choreografinnen heißt das, eine zwingende, also zwiespältige Bewegung finden.
Natürlich spielen die Audition-Formate des Fernsehens ins Stück herein. Schon in «Cinderella 80» mit Bonnie Bianco war das Vorsingen ein alles beherrschendes Thema. Anders als in der Verfilmung präsentieren sich Nora Schott und Ariane Thalheim in «Cinderella 08» aber von vornherein als Aufzieh-Püppchen, auf die Publikum wie Produzent ihre jeweiligen Sehnsüchte projizieren. Auge in Auge mit den Zuschauern, ...
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