richard siegal
Wenn man meint, dass Richard Siegal sich in eine Richtung bewegt, dann ist er mit dem nächsten Stück schon wieder woanders. Er probiert die Dehnbarkeit und die Sinnhaftigkeit technischer Spielereien im Kontext eines Bühnenwerkes aus. Er setzt sich mit der Bedeutung des Tanzerbes auseinander. Er baut auf die Kraft der Crowd. Er tanzt solo, er bringt die Masse in Schwung. Er gesteht der Musik Eigen- und Widerständigkeit zu. Er nimmt sich selbst alle Freiheiten. Und vor allem: Er denkt, ehe er in den Tanzsaal geht.
Vor Jahren mit der nicht unbedeutenden Last angetreten, aus William Forsythes Schmiede zu kommen, zeigt er keine Angst vor einem möglichen Vergleich mit dem Großmeister. Eine furiose, spitzenschnelle Choreografie wie das in dieser Saison für das Bayerische Staatsballett entstandene «Unitxt» offenbart Siegals Lehrjahre bei Forsythe, belegt andererseits seine lässige Selbstgewissheit. Diese Choreografie ist eine Herausforderung an die Tänzer und das Publikum, sie stürmt auf und über die Bühne. Aber Richard Siegal entschuldigt sich nicht, entschuldigt sich nie dafür, dass er Tänzer und Publikum herausfordert.
Während man gerade in diesen Zeiten knapper Kassen das Gefühl hat, ...
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Tanz Jahrbuch 2014
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 168
von Sylvia Staude
John Neumeier, wie umfangreich ist Ihr gesamtes Werk zurzeit?
Wenn wir von Choreografien sprechen, umfasst mein Werk derzeit 152 Choreografien, hier vor allem größere Handlungsballette, aber auch kürzere Arbeiten. Des Weiteren habe ich für viele meiner Ballette die Kostüme kreiert, das Lichtkonzept entwickelt und die Bühnenbilder entworfen, auch daran habe ich die...
Der Choreograf Jerome Robbins war ein wohlhabender Mann und dazu noch ausnehmend generös. Schon 1958 rief er eine Stiftung ins Leben, die allerlei Leute mit Stipendien versah, aus denen Berühmtheiten wurden: etwa Paul Taylor und Twyla Tharp. Zugleich wusste Robbins, den alle Welt nur «Jerry» nannte, seinem Werk wie sich selbst ein Denkmal zu errichten: durch eine...
Wie wird man zum «bekanntesten unbekannten Künstler»? Indem man Erben hat, die sich nicht einig sind über den richtigen Umgang mit dem Vermächtnis. Wie Oskar Schlemmer zum Beispiel. Dessen Nachkommen machten allen, die sich mit dem Werk des in Stuttgart geborenen Bauhauskünstlers beschäftigen wollten, die Arbeit so schwer bis unmöglich, dass Museen wie Medien...
