unversichert in die brd
Die beiden Damen würden’s ja gern mit Humor nehmen. «Angefangen zu rauchen hab ich nur, weil man es plötzlich allen verboten hat», sagt Monika Ehrhardt-Lakomy, 63. «Ist doch lustig, wie Gesetze gemacht werden», sagt ihre Freundin Hadmut Fritsche, 73. Seit Jahren erleben sie hautnah, wie der Gesetzgeber bei ihrem Rechtsfall laviert.
Sogar vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte sind sie gegangen, die beiden ehemaligen DDR-Tänzerinnen, um zu erfahren, warum sie in ihrer aktiven Zeit jahrelang jeden Monat 60 Ostmark, für DDR-Verhältnisse viel Geld, für «berufsbezogene Zuwendungen» einzahlten, davon aber nie einen Euro wiedersahen. Die Beiträge dienten für etwas, was exakt der Versicherung entspricht, für die Tänzer sonst in die Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen einzahlen.
Tänzer üben ihren Beruf nun mal selten länger als bis zum 40. Lebensjahr aus. Danach sind sie «berufsunfähig» und haben einen Anspruch auf Versorgung. Alle? Nicht alle. Nicht diejenigen, die in der DDR tanzten. Allenfalls Tänzer, die mindestens 36 Monate nach der Wende in einer Anstellung bleiben konnten. Was für rund 500 DDR-Tänzer bis heute bedeutet, keine Rente zu haben. Und mit ihren Kollegen ...
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Tanz Juni 2011
Rubrik: menschen, Seite 30
von Arnd Wesemann
Er könnte Berge versetzen. William Forsythe hat das auf seine Weise schon immer getan. Obschon in einem Alter, in dem andere kräftemäßig eher abbauen, besitzt er dazu wieder das notwendige Potenzial. Zweihundert Kniebeugen am Tag, das ist durchaus im Bereich des Menschlich-Möglichen. Ein Wurf mit dem schweren Medizinball aus der Hocke: soll ihm erst mal einer...
...sind Memmen, zumindest im Vergleich zu Tänzern. Das sagt ein Arzt, Andreas Weiler von der Berliner Charité (Seite 68). Fußballer lassen sich viel öfter krankschreiben als Tänzer. Weil es ihre phänomenalen Gagen nicht berührt. Tänzer, in Selbstausbeutung geübt, beißen die Zähne zusammen und halten sich besser in Schuss als Sportler: Der Fettanteil von...
Film
Die Performance einer Choreografie ist etwas Flüchtiges, was nur im Moment der Aufführung vollständig existiert und danach nur noch als zerfallende Erinnerung in den Köpfen derjenigen, die der Aufführung beigewohnt haben.
Das Filmen, für gewöhnlich in Form einer Videoaufzeichnung, bildet eine Möglichkeit, das Geschaffene festzuhalten, doch kann ein Film das...
