lest we forget
Am Jahresanfang war das Zentenar in aller Munde. Kein Feuilleton, keine Nachrichtensendung, kein historischer Blog kam ohne schwergewichtigen Essay über den Ersten Weltkrieg aus.
Vom Buchmarkt her erschütterte gar ein mittelschweres Beben die Leselandschaft: Haben wirklich die Deutschen das Katastrophenszenario angezettelt, wie es Fritz Fischers epochale Schrift «Der Griff nach der Weltmacht» 1961 ein- für allemal nachzuweisen schien? Immerhin behaupten neuere Publikationen, dass Europas Mächte und Russland allesamt nur auf einen Anlass lauerten, um ihre imperialen Herrschafts- und Expansionsgelüste auszutoben. Vielleicht – so die Variante des aktuellen Bestsellers von Christopher Clark – sind sie gar als tumbe «Schlafwandler» in das Gemetzel geraten, infolge politischer Ränkespiele und grob fahrlässiger Entscheidungen. Bleibt noch die vierte These, wonach Staaten und Bündnis-systeme wie Dominosteine umfielen, bis die Kettenreaktion alle Alternativen zum Waffengang zunichtemachte.
Gedenken an das Undenkbare
Das Räsonieren darüber, welche Motive im Sommer 1914 zur martialischen Ursünde des 20. Jahrhunderts führten, wird anhalten. Der unmittelbare Auslöser steht dagegen fest: Am 28. ...
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Tanz Juni 2014
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Dorion Weickmann
Artistic Director Designate heißt der Posten, den Christopher Powney seit April bekleidet; Leiter der Royal Ballet School wird er erst im September. Auf seine im April verstorbene Vorgängerin Gailene Stock hält er große Stücke: «Ich habe Gailene eine Menge zu verdanken, besonders während meiner Zeit als Lehrer an der Royal Ballet School. Mit ihr kam damals viel...
geht zurück in die USA. 2015 wird er Professor an der Glorya Kaufman School for Dance. So heißt die Tanzabteilung der University of Southern California in Los Angeles. Jodie Gates ist die Schuldirektorin dieser erst 2012 gegründeten und von keiner Tradition überschatteten Institution. Sie war Tänzerin bei Forsythes Ballett Frankfurt, bevor die Kompanie 2004...
Man darf sich den 30. Längengrad derzeit wie eine imaginäre Grenze vorstellen. Er verläuft schnurgerade von Norden an Sankt Petersburg und Kiew vorbei in Richtung der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer. Diese Linie fällt einen Schlagbaum quer durch Europa. Östlich von ihm wird russisch gesprochen, russisch gedacht, russisch regiert und russisch getanzt. Es ist...
