Dunkle Schönheit

Die hybriden Körpercocktails von Bart Hess

Tanz - Logo

Möglichst makellos wünscht sich der Mensch seine Hülle, frei von den Zeichen, die der Zahn der Zeit in sie nagt. Die Haut ist nicht nur unser größtes Organ, sie ist auch eine große Projektionsfläche für die Träume von anhaltender Jugend und für die Ängste vor der Vergänglichkeit des Körpers, der sich darunter befindet. Das, was also mehr ist als die bloße Außengrenze unserer Körper, macht Bart Hess in seinen Foto- und Video-Arbeiten zum Spiegel, der aktuelle Fragen reflektiert.

Wie ändert sich das Verhältnis zu unserem Körper in einer Zeit, in der virtuell gestaltete Perfektion ästhetische Normen setzt und die physischen Realitäten beeinflusst? Von fast schmerzhaft sezierender Wirkung sind die Inszenierungen des niederländischen Künstlers, obwohl er lediglich Oberflächen manipuliert. In der Kombination von ungewöhnlichen Materialien und vertrauten Grundformen entstehen hybride Daseinsformen. Diese Zwitterwesen, irgendwo zwischen Mensch, Monster und Maschine angesiedelt, zwingen den Betrachter regelrecht, Position zu beziehen. 

Wenn Bart Hess wie in den Foto- und Video-Arbeiten der Reihe «Pins and Needles» Metallplättchen auf einen dunkelhäutigen Rücken -appliziert und diesen mit ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2018
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Andrea Kachelrieß

Weitere Beiträge
Kunstsalon Köln

Was im Land NRW möglich ist, muss doch auch auf lokaler Ebene zu leis-ten sein. Ist es auch: Die Kölner «KunstSalon Stiftung» hat ein Step Up-Förderprogramm in Form einer mehrjährigen Strukturförderung in Gesamthöhe von 21 000 Euro aufgelegt, das Tanzschaffenden aus der Freien Szene zugutekommen soll. Ziel des Pilotprojekts ist es, gerade jenen Künstlern und...

Bonn on tour: «Story Water»

Als Emanuel Gat 2016 «Sunny» auf die Bühne brachte, lud er zum ersten Mal einen Musiker ein, live zu spielen: François Przybylski, Ex-Tänzer der eigenen Kompanie, und heute unter dem Künstlernamen Awir Leon ein erfolgreicher Alchimist der Töne. Doch das war nur ein Vorspiel zur aktuellen Kreation: «Story Water», ein Live-Dialog zwischen einem choreografischen und...

Leipzig: «Toot»

Tanz ist ein ganz anderes Ausdrucksmittel als Sprache. Das zeigt auch dieser Doppelabend des Leipziger Balletts, das damit seine 2015/16 begonnene Kooperation mit dem Schauspielhaus fortsetzt. Hier regiert die Form, nicht die Handlung. Die Niederländerin Didy Veldman reaktiviert dafür zwei Choreografien, zunächst das fließend gestaltete halbstündige Opus «See Blue...