wer

Tanz - Logo

nicht auf Schlittschuh-Pirouetten und Skizirkus steht, hat im Januar schlechte Karten: klirrende Kälte draußen, Post-Neujahrs-Depression drinnen – und sämtliche «Nussknacker»- Tröstungen aufgezehrt. Aber diese Nächte! Sternenklar wölbt sich der Himmel und schaut auf uns Menschenzwerglein herab, gerade so, wie es Arnold Schönbergs «Verklärte Nacht» besingt. Philippe Saire hat das intime Kammerspiel ins Kollektive erweitert (S. 16). Genauso lässt «Choreartium», Léonide Massines vom Bayerischen Staatsballett grandios aufpoliertes Ensemble-Juwel (S.

8), das Gemeinschaftsprinzip leuchten.

Anderswo klinken sich Einzelkämpfer aus dem Kompanieverbund aus – und suchen sich dafür exklusive Verbündete. Zu ihnen gehören Agenturen wie Ardani Artists (S. 20), die sich binnen eines Jahres gleich mehrere internationale Tanz-Hochkaräter unter den Nagel gerissen und die Branche mit einer Art Netrebko-Fieber infiziert haben: Auftritt gegen Höchstgage. Die Stars handeln sich den Vorwurf der Truppen-Sabotage ein und kontern mit dem Recht auf künstlerische Emanzipation. Mal ehrlich: Soll eine Polina Semionova sich verkneifen, was ein Peer Steinbrück bedenkenlos tut – den eigenen Marktwert versilbern? ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2013
Rubrik: editorial, Seite 1
von

Weitere Beiträge
der lehrer: christian camus

Sie wurden bei Rosella Hightower in Cannes ausgebildet, hatten zahllose Engagements als Tänzer und Ballett-meister und unterrichten seit Jahren sowohl an Schulen als auch bei Kompanien. Bei den ZAV-Auditions (vgl. S. 68) geben Sie regelmäßig das klassische Training. Inwiefern unterscheidet sich das vom normalen Exercice?

Bei einer Audition geht es darum, auf die...

wiesbaden: stephan thoss «made in love»

«Made in Love» steht auf dem Etikett des jüngsten Dreier-Abends am Hessischen Staatstheater. Wäre dieser ein Pullover, sähe sein Rumpfteil dank vertracktem Muster super aus, ein Ärmel erschiene kurz und gut, der andere dagegen halblang und verzogen. Diesen fehlerhaften Abschnitt hat Giuseppe Spota geliefert, Tänzer im Ensemble, der inzwischen auch als Choreograf...

ulm: roberto scafati «le sacre du printemps ... plus»

So werbewirksam wie der Titel ist das Programm zusammengesetzt: Roberto Scafati erweitert Strawinskys «Frühlingsopfer» zu einem ganzen Jahreszeitenzyklus. Was böte sich da trefflicher an als Vivaldis Violinkonzerte «L’Estate» und «L’Inverno». Auch sie sind Programmmusik, spielen aber auf einer deutlich freundlicheren Skala als Strawinskys schroffes Avantgardewerk....