john scott
Sein Vater war Beleuchtungsmeister und brachte den jungen John ab und zu auf die Hinterbühne von Dublins Abbey Theatre. Ob der Junge nun hinter den Kulissen saß oder vorn im Zuschauerraum: «Für mich gab es keine Trennung zwischen Publikum und Bühne. Was auf der Bühne geschah, hatte für mich auch nichts Magisches. Es war eher, als säße man genau hinter der Tür, durch die man gerade hindurchgegangen war.»
Andere entdecken im Theater den Prinzen oder die Prinzessin in sich – John Scott blieb nüchtern. Man sieht es noch heute seinen Choreografien an.
Die Bühnenwelt gleicht bei ihm aufs Haar der Welt jenseits der Bühne. Er will niemandem etwas vorgaukeln. Illusionen macht man sich schon selbst genug. Er findet, dafür brauche man keine Theater. Sicher hätten die frühen Kindheitseindrücke seine Ästhetik mit beeinflusst, sagt er; doch genauso wichtig waren ihm Begegnungen mit Meredith Monk, Pablo Vela, Thomas Lehmen oder Sara Rudner. Wie sie kam auch er erst spät zum Tanz, tat seine ersten Schritte im semiprofessionellen Dublin City Ballet, als 22-Jähriger, der plötzlich vor Anna Sokolow tanzen sollte.
«Beim Dublin City Ballet gab es viel Klassik, aber als Anna Sokolow auftauchte, sah ich ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: menschen, Seite 22
von Michael Seaver
Was denkt die Dame in der Metrostation «Botanique/Kruidtuin», was führt sie im Schilde? Mariano Pensotti aus Buenos Aires erfindet ihre Geschichte im öffentlichen Raum: Anonyme erhalten ein Gesicht. Das Miniaturstadion von Jozef Wouters und Menno Vandevelde aus Antwerpen, das beide am Oude Graanmarkt errichten, lädt zum Betanzen ein, die isländische Choreografin...
...wurde zum neuen künstlerischen Leiter des Bolschoi-Balletts ernannt, als Nachfolger von Yuri Burlaka. Nach seiner Ausbildung trat der 41-jährige Filin 1988 ins Corps de ballet der Moskauer Kompanie ein, avancierte rasch zum Solisten. Der danseur noble übernahm nach Ende seiner Tänzerlaufbahn 2008 die Leitung des Ballettensembles am Moskauer...
...gewann zum zweiten Mal den Preis für Choreografie beim «Internationalen Solo-Tanz-Theater Festival» in Stuttgart. Nach dem Solo «Conductivity» 2009 siegte sie diesmal mit ihrer Arbeit «Grief Point» für Moo Kim, der den ersten Preis für die beste Tanzdarbietung abräumte, weil er sich «auf sehr reichen tänzerischen Ebenen» bewegt. Sidra Bell, deren gleichnamige...
