black swan...
Selten passen Name und Naturell so nahtlos zusammen wie bei Benjamin Millepied. Er ist schmal wie eine Porzellanfigur aus dem französischen Rokoko und tänzelt so wieselflink durch die Flure des Muziektheater in Amsterdam, als sei jedes Füßchen gerade mit etwas anderem beschäftigt. Hier noch schnell eine SMS verschicken, dort ein Taschentuch organisieren, sofort auf den nächsten Handyalarm reagieren und nebenher den Probenplan zum Uraufführungs-Endspurt absegnen – Multitasking at its best.
Dabei läuft Millepied noch nicht einmal auf Hochtouren, drückt ihn doch ein derartiger Bronchialkatarrh, dass man sich bemüßigt fühlt, dem Kränkelnden ein paar Hustenpastillen aufzunötigen.
Viel gefragt
Stress schlägt auf die Gesundheit. Wer innerhalb einer Woche auf beiden Seiten des Atlantiks ein neues Werk auf die Bühne bringt, von Amsterdam nach New York und retour jetten muss, dessen Kreativität kommt bei solcher Dauerbelastung nicht ungeschoren davon. Alastair Macaulay, der Kritiker der «New York Times», trat Millepieds Kreation «Plainspoken» ziemlich gnadenlos in die Tonne, nachdem er den 33-Jährigen als einen der «kunstfertigsten Choreografen seiner Generation» in den Himmel gehoben ...
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Tanz Januar 2011
Rubrik: menschen, Seite 14
von Dorion Weickmann
Warum tanzen Sie wieder Édouard Lock?
Die Idee ist zehn Jahre alt. Als ich 1999 La La La Human Steps verließ, wollte ich weiterhin Locks Werke tanzen. Was ich aber nicht mehr wollte, waren die großen Tourneen. Ich dachte, okay, ich verlasse die Kompanie, aber ich tanze das alles bald wieder. Dann dauerte es zehn Jahre, bis es so weit war.
Ihre Wahl fiel auf drei...
...hatte zuletzt durch das Stück «Lutz Förster» von Jérôme Bel enorm Furore gemacht. Nun hat Bel, nach einem Jahr, seinen Namen zurückgezogen. Bel ließ verlauten, das Stück passe nicht mehr zu seinem «kritischen Anspruch». Es gehört nun Förster allein.
«I’ve put in so many enigmas and puzzles that it will keep the professors busy for centuries arguing over what I meant, and that’s the only way of insuring one’s immortality.» Sagte James Joyce. Wusste schon Igor Strawinsky. Keine Ballettmusik wurde je so durch die Interpretationsmangel gedreht wie dessen «Le sacre du printemps». Die beste gegenwärtig zu sehende...
