Ausstellungen, Screenings, Ausblicke
Ausstellung
Berliner Secession und Russisches Ballett: Ernst Oppler
Der Auftritt des Russischen Balletts 1909 im Theater des Westens muss für Ernst Oppler ein Schlüsselerlebnis gewesen sein. Er hat jedenfalls sein Leben entscheidend verändert.
Machte sich bis dahin der Mitbegründer der «Berliner Secession» vor allem als Porträtist der Berliner Prominenz wie als nachwilhelminischer Landschaftsmaler einen weithin geachteten Namen, wandelte er sich nach seinem «tänzerischen Urlebnis» (so 1925 der «Kölner Stadt-Anzeiger») zum vorbehaltlosen Ballettbewunderer und genuinen «Tanzmaler», der die flüchtigen Visionen in unzähligen Skizzen zu fassen suchte. Vor allem in Anna Pawlowa, aber auch in anderen Repräsentanten der Ballets russes verkörperte sich für ihn auch in späteren Jahren eine Kunst, deren Vergänglichkeit er auf seine Weise trotzte. In einer erkenntnisreichen Kölner Ausstellung, flankiert von zahlreichen Veranstaltungen, erinnert das Deutsche Tanzarchiv an einen zu Unrecht Vergessenen, dessen Geburtstag sich am 9. September zum 150. Male jährt.
Bis zum 28. Januar 2018; www.der-tanzmaler.de
Berlin, Georg Kolbe Museum, www.georg-kolbe-museum.de
«Im Netzwerk der Berliner Moderne»: der ...
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Tanz April 2017
Rubrik: Kalender, Seite 50
von Red.
Man hat seinen Sitzplatz noch nicht gefunden im Theater, da riecht es schon nach Provokation: beißender Tabakgeruch verpestet die Luft, der «Duft des Todes», wie es später heißt. Denn die fünf Grazien, die auf Jochen Rollers rotlichtgefluteter Bühne auf- und abschlendern, sich die Nylonstrümpfe hochrollen und die Handtäschchen schwenken wie Bordsteinschwalben aus...
Was für eine Unternehmung! «Faust II», der in der Theaterwelt schon als unspielbar gilt und für dessen Inszenierung Regisseure regelmäßig Prügel beziehen – ausgerechnet «Faust II» also als Ballett? Eine verrückte Idee. Verrückter noch, als Tolstois «Krieg und Frieden» oder Thomas Manns «Zauberberg» auf die Tanzbühne zu schubsen. Beides hat Dortmunds Ballettdirektor...
Man kann den Bildersturm, den Ikonoklasmus, auch mal wörtlich nehmen. Um das religiöse Verbot, sich ein Bild von Gott zu machen, tanzmäßig zu bebildern, lässt sich Stijn Celis von Nicolas Musin einen leeren Bilderrahmen bauen. Der schwebt drohend über der Szene, dazu entfacht der Komponist Lorenzo Bianchi Hoesch einen ordentlichen «Storm», in dem die Tänzer der...
