Basel: Richard Wherlock «The Comedy of Error(z)»
Ein neues Kapitel der Shakespeare-Rezeption schlägt Richard Wherlock mit seinem Ballett nach der «Komödie der Irrungen» auf. Die Handlung dreht sich um zwei Zwillingspaare, die bei einem Schiffbruch getrennt werden und zwanzig Jahre später in derselben Stadt wieder auftauchen. Herr und Diener haben je einen Doppelgänger. Der zugereiste Antipholus (Max Zachrisson) wundert sich, warum ihn offenbar jeder kennt und von ihm eheliche Pflichten eingefordert werden, obwohl er nicht verheiratet ist.
Sein in Ephesus ansässiger Zwillingsbruder (Jorge García Pérez) ist ein unglücklich verheirateter Mann, der die meiste Zeit bei seiner Geliebten verbringt. Das Verwirrspiel wird auf die Spitze getrieben, wenn die Doppelgänger im Laufschritt auf- und abtreten und keiner mehr weiß, wie viele von ihnen es wirklich gibt.
Wherlock versucht den Spagat zwischen modernem Ballett und großformatigem Tanz-Musical. Er schrammt mitunter scharf am Kitsch vorbei, die Gesamtwirkung aber ist grandios. Die Musik, meist ein süffiger Cocktail, stammt vom britischen Filmmusik-Duo Antony Genn und Martin Slattery. Den stärksten Eindruck hinterlassen die perkussiven Passagen, in denen die Tänzerinnen und Tänzer mit ...
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Tanz Juni 2019
Rubrik: Kritik, Seite 42
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