auf dvd: «siddharta»

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Ein Albaner choreografiert an der Pariser Opéra zur neuen Musik eines Franzosen mit italienischen Vorfahren ein Ballett über Buddha. Kann dabei etwas herauskommen? Wenngleich sich Angelin Preljocajs 2010 uraufgeführter erster Abendfüller «Siddharta» nicht mit seinen anderen langen Balletten messen kann. Zu bunt, zu harmlos, auch zu skrupelhaft ist sein Zugang, der anders als in all den indischen Romantikmärchen à la «La bayadère» oder «La Péri» nicht nur ein ästhetizistischer sein möchte.

Und sich schwertut, das spirituelle Ge­heimnis zu ergründen, warum aus dem machtvollen Prinzen Siddharta Gautama ein religiöser Führer wird. Die Choreografie stellt nebulös die biografischen Stationen nach und erreicht selten mehr als den Rang einer esoterisch fundamentierten Bildergeschichte. Preljocaj wollte zeigen, wie «Tanz dem Körper Geist gibt». Dafür aber bleiben seine Formationen in Claude Lévêques Bühnenbild zu harmlos. Fünfzig Tänzer sind aufgeboten, Nicolas Le Riche gibt mit beeindruckender Präsenz und fließender Technik Buddha persönlich, die graziöse Aurélie Dupont tanzt die personifizierte Erleuchtung, Wilfried Romoli ist hier nochmals als Vater zu sehen. Yin und Yang kommen so aber ...

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Tanz Mai 2011
Rubrik: medien, Seite 60
von Manuel Brug

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