kentaro
Er kommt aus Japan und leitet als Choreograf und Tänzer die junge Kompanie Tokyo Electrock Stairs. Was anderswo ein alter Hut zu sein scheint: Hip-Hop gilt in Japan nach wie vor als Kindertechnik und dient allenfalls der jugendlichen Unterhaltung in kleinem Kreis. Kentaro weiß das und macht trotzdem weiter. Streetdance ist Ehrensache. Und er hat Talent. Er komponiert die Musik, er schreibt die Songs und gründete 2008 eine Tanzkompanie. Die Tokyo Electrock Stairs geben der auf Klubs und wenige öffentliche Plätze beschränkten Hip-Hop-Kultur auch in der Tanzszene eine Stimme.
Mit erstaunlichem Erfolg. Nicht nur, dass ein frischer Wind durch den japanischen Tanz weht. Wichtiger ist, dass seine Arbeit auch in der Tanzszene wahr- und ernst genommen wird. So erregte er 2010 in Tokio mit «S.N.F. in Long night» derart Aufsehen, dass er den «Japan Dance Forum Award», den Publikumspreis und den Preis der französischen Botschaft für junge Choreografen bei der «Yokohama Dance Collection» gewann. Angefeuert von seinem ersten Auftritt 2008, wird er mit seinem Mix aus Hip-Hop und choreografischer Intelligenz die japanische Szene von zwei Seiten her angreifen, um sowohl Hip-Hop tänzerisch ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 143
von Akiko Tachiki
Sie hat ebenso viel Witz wie Verstand. In ihren Choreografien, die wie Studien daherkommen, forscht sie nach dem Bewegungsimpuls. Dabei entkleidet sie den Anlass von der Ursache, Partituren dienen ihr zur Systematisierung, aber auch als Reibungsflächen, die einen Widerstand zwischen Performern und ihrem Material spürbar machen. Diese Bewegungspartituren sind nicht...
Führt euch selbst an
Direktoren und Choreografen sind doch Amateure. Niemand hat ihnen das, was sie tun, wirklich beigebracht. Natürlich sollte man einige Ahnung von Musik, Architektur, Kostüm, Lichtgestaltung haben. Man müsste Anatomie gut studiert haben, um nicht Sachen zu choreografieren, die die Menschen verkrüppeln. Und man sollte als künstlerischer Direktor...
Gegen Ende des Stücks nähert sich der Cellist der barbusigen Tänzerin, bespielt nun ihren Körper, wie er es zuvor mit seinem Instrument getan hat: zärtlich, energisch, demutsvoll. Dieses Bild ist voll Erotik und sublimer tänzerischer Strenge. Anna Konjetzky hat es ersonnen und lässt mit ihm ihr Stück «Tagebuch – si un jour tu décides de partir» aus dem Jahr 2008...
