Brief aus San Ignacio de Moxos
Die Mojos leben im bolivianischen Teil des Amazonasbeckens. Das sagenumwobene Volk konnten selbst die mächtigen Inkas auf Dauer nie unterwerfen; die Jesuiten bekehrten es zwar zum Christentum, mussten ihm aber viel Raum für seine eigenen Götter und Rituale zugestehen. Für Aufmerksamkeit sorgen die Mojos durch einen monatelangen «Marsch auf La Paz», um ihre Landrechte durchzusetzen.
Auch wenn es um ihre Sprache geht, sind sie kämpferisch: Da ihr Alphabet kein «x» kennt, haben sie sich «Mojos» genannt – nur ihre Region und ihre Hauptstadt beließen sie in der spanischen Schreibweise «Moxos».
Dem mythischen Mojos-Helden Chiripieru, auch El Machetero genannt, huldigen sie bis heute mit einem Tanz, der nur zu feierlichen Anlässen aufgeführt wird. Die beste Gelegenheit, ihn zu sehen, ist die Fiesta del Santo Patrono in San Ignacio de Moxos, die das gesamte Dorf, pardon: die Hauptstadt, in einen dreitägigen, dreinächtigen Hexenkessel verwandelt.
Hunderte von Männern tragen weiße, goldbestickte Gewänder und farbenprächtige riesige Federhauben, dazu Glockenbänder an den Beinen und ein stilisiertes Holzmesser in der Hand. Der Kopfschmuck besteht aus drei Dutzend meterlangen Schwanzfedern der ...
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