William Forsythe: "Fivehold" in Dresden/Hellerau

Critics’ choice of the month: William Forsythe «Fivefold» und Marguerite Donlon «Romeo und Julia»

Tanz - Logo

Schwarz ist der Raum, den William Forsythe bis in die lichte Höhe des Festspielhauses hochgezogen hat. Weiß der Boden, der die Tänzer des Ensembles wie Elementarteilchen eines turbulenten Tableaux erscheinen lässt. «Fivefold» nennt der Künstlerische Direktor der Forsythe Company seine Uraufführung, mit der er endlich in seinem zweiten Domizil, in der «Gartenstadt» Hellerau angekommen ist: kein simples Stück Tanz, sondern ein höchst komplexes Ganzes, das der gefalteten Zeit immer wieder andere Bewegungsknicke abgewinnt.

Marthe Krummenacher eröffnet und beschließt die Uraufführung, die keine halbe Stunde dauert. Und sie ist es denn auch, auf die alle achten: Impulsgeberin einer Choreografie, deren Konstellationen sich ständig verändern. Denn was auf den ersten Blick wie eine grandiose Improvisation wirkt, ist in Wahrheit ein kalkuliertes, überaus kompliziertes Konstrukt. Immer wieder angestoßen, immer wieder herausgefordert von veränderten Strukturen, wechselt das sensible Chaos fortwährend seine Gestalt. Und mal vereinzelt in Solo-Auftritten, mal verfestigt in fünffachen Dreier-Formationen, fügt sich eine Szene zur anderen: ein kraftvolles Kontinuum, das von allen Beteiligten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 36
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Gala an der Deutschen Oper: "Malakhov & Friends"

«Er ist einzigartig», meint Alex Ursuliak im Souvenirprogramm. Der ehemalige Direktor der Stuttgarter John Cranko-Schule hegt keinen Zweifel: «Es gibt nicht die geringste Spur der Kopie eines anderen, und man sollte ihn auch mit niemandem vergleichen. Er ist definitiv: Vladimir Malakhov.» So feiert der Intendant des Staatsballetts Berlin sein 20-jähriges...

Lode Devos: "Leo und Zoe"

Ein kleines, unprätentiöses Stück nur, behauptet Lode Devos. Dass man das Schauspielhaus nach achtzig Minuten angeswingt verlässt, darf als der eigentliche Start des frisch formierten Chemnitzer Balletts gelten. Schlagzeilen hatte die Stadt durch den Rauswurf eines ganzen Ensembles und seines Chefchoreografen Torsten Händler gemacht. Und mit dem desaströsen Auftakt...

Masse ist Macht

hieß es damals, als die Demokratie noch jung war. Masse hat Macht: eine Erkenntnis, der sich der Faschismus bediente. Masse macht uniform – mit dieser Weisheit regiert die Globalisierung. Sie presst die Welt in eine immer gleiche Form.

Wer aus der Reihe tanzt, sich in Asien nicht an das Gebot «Cleanliness» hält, oder in Europa seine Hunde, Rußpartikel oder...