Louis Thuriot
Mit «Peeping Eye» stellte sich der 21-jährige niederländische Tänzer Louis Thuriot Anfang des Jahres bei einem Gastspiel am Staatstheater Mainz vor. «Peeping Eye» heißt so viel wie «mit voyeuristischem Blick etwas anschauen». Das taten dann vor allem die Zuschauer. Denn das Duo von Louis Thuriot, das er zusammen mit Borna Babic einstudierte, überzeugt nicht nur mit tänzerischer Finesse und zirkusreifen Einsätzen, sondern auch durch seinen Inhalt. Es geht um die Ignoranz in der Gesellschaft und die Interaktion zwischen Menschen.
Und das nicht bierernst, sondern mit einer gehörigen Portion Humor auf die Bühne gebracht.
Das Spiel mit Emotion und Ehrlichkeit gehört für Louis Thuriot zu den wichtigen Parametern im Tanz. Der Nachwuchsmann, der bei Codarts in Rotterdam studierte, wird in der nächsten Spielzeit Ensemblemitglied am Staatstheater Mainz. Was ihn daran reizt? «Die Möglichkeit, mit vielen verschiedenen Choreografen zu arbeiten, die Werke speziell für die Kompanie und mit der Kompanie entwickeln.» So kann er viele verschiedene Handschriften kennenlernen. An Mainz selbst gefällt ihm die offene Atmosphäre und natürlich der gute Wein der Gegend.
Überhaupt ist Louis Thuriot ein ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 174
von Natali Kurth
Heimat ist für mich dort, wo meine Familie und meine Arbeit sind. Meine Familie befindet sich in Nürnberg und Madrid, aber meine Arbeit findet auf der Bühne und im Ballettsaal statt. Für die vergangenen zehn Jahre war meine Arbeits-Heimat das Staatstheater Nürnberg. Heimat ist für mich ein Ort, an dem ich mich geborgen fühle. Und das war für mich, seitdem ich mit...
Ich bin eine gebürtige Einwanderin, Tochter von Einwanderern, Enkelin von Einwanderern ... Daher ist der Begriff «Heimat» für mich persönlich seit jeher kompliziert. Als ich gerade mal ein Jahr alt war, kehrten wir in das Land zurück, das eigentlich unser Heimatland, Herkunftsland war, doch irgendwie fühlte es sich nicht mehr wie Heimat an. Wir hatten uns...
Heimat ist der Ort, an dem ich geboren und aufgewachsen bin, der Ort, an dem ich mich am Reinsten und Natürlichsten fühle und geben kann. Ein Ort der absoluten Vertraut- und Sicherheit, gestärkt durch ein Umfeld von Menschen, denen ich blind vertraue, und eine Landschaft, eine Natur, die so wunderschön und gewaltig ist, dass es mir jedes Mal aufs Neue den Schalter...
