Transgenjin xing: Lovely Liquid Lounge

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Bildschön sind sie. Asiatische Aphroditen. Gehüllt in seidige, traditionelle Kleider, lächeln sie voller Demut und bewegen sich anmutig. Doch das Konkubinenlächeln gefriert zum Grinsen, zur Fratze, bevor die Tänzerinnen gequält in die Knie gehen. Am Boden durchleben sie eine Metamorphose. Zucken und Wimmern. In erotischer Großstadtmode erheben sie sich und schreiten jetzt wie auf dem Laufsteg mit dem Killer-Blick eines James-Bond-Girls auf und ab.

«Die chinesischen Frauen von heute», klärt Moderatorin Jin Xing von ihrem Lounge-Sessel am Bühnenrand auf, «sind vollkommen fixiert auf Geld. Sie kommen allein zurecht und wissen genau, was sie wollen.» Jin Xing, die vor ihrer Geschlechtsumwandlung vor 15 Jahren noch Oberst der chinesischen Volksarmee war, gibt die Kommandantin und lässt die schönen Puppen wie Militärs im Kasernenhof antanzen. Da gerät der einzige Mann des Jin Xing Dance Theatre schon beim Zusehen ins Schwitzen. Er gebärdet sich wie ein Löwe, bevor er als Stubentiger zusammenfällt. Im modernen China hat der Mann der Frau nichts mehr zu sagen.

Die asiatische Frau als Model, Soldatin und Prostituierte ist auch eine westliche Sichtweise, die der Abend karikaturenhaft ...

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Tanz Juli 2010
Rubrik: menschen, Seite 32
von Bettina Trouwborst

Vergriffen
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