Foto: Elena Anna Rieser
Colette Sadler: Widerstand neu denken
So lange sich Kunst – in unserem Fall Tanz und Performance – an jemanden richten soll, lebt sie in der Beziehung zu einem Anderen, der oder die erst die Intention des Kunstwerks vervollständigt. Die gegenwärtige Theater-Szene behauptet sich noch immer als ein Ort, wo Kommunikation, zumindest überwiegend, noch möglich ist.
Welche alternativen Narrative oder Bilder können also Tanz und Performance bieten?
Tanz ist eine verkörperte Kunstform und als solche ein Ort, wo Macht und Handlungsfähigkeit von Körpern Widerstand leisten, ausgespielt werden und neu etabliert werden können. Ein Ort, an dem der Verachtung des Andersartigen widerstanden wird und an dem neue Formen der menschlichen wie der nicht-menschlichen Subjektivität ausgestellt und artikuliert werden. Ein Ort, wo Auffassungen vom Menschlichen und von Handlungsfähigkeit verhandelt werden können. Für mich ragen zwei Figuren aus diesem Diskurs heraus: das Monster (das Abjekt, der ausgegrenzte Körper) und das Post-Humane.
Der monströse Körper ist durchlässig. Er res-pektiert keine Grenzen, Ordnungen und Systeme. Er stört Identität. Bezieht man das Monster bzw. Repräsentationen des Monströsen ein, gewährt man dem Außen Eingang ins ...
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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Raum für Visionen, Seite 124
von Colette Sadler
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