Halle: «Das Bauchrednertreffen»
Jedes Kind kommt in diese Phase. Die geliebte Puppe oder das Kuscheltier werden zum intimen Vertrauten, dem man Lust und Leid anvertraut und dessen starren Lippen selbst das Unaussprechliche entweichen darf. Das Spiel mit dem Puppenkörper ist eine archaische Urform des Theaters wie des Tanzes. Die österreichisch-französische Choreografin Gisèle Vienne hat die Spieler des Puppentheaters Halle das Bauchreden erlernen lassen. «Das Bauchrednertreffen» knüpft an eine durchaus reale Gepflogenheit an: Regelmäßig feiern sich im amerikanischen Kentucky die Vertreter dieser Zunft.
Nils ist der Motivationsmotor. In Las Vegas hat er 50.000 Zuschauer zum Lachen gebracht – mit seiner Puppe Lutz, die ein genaues Abbild seiner selbst ist und ihm hier mit dem einen oder anderen schlüpfrigen Witz unter die Arme greift. Nils nötigt die Kollegen zur Selbstdarstellung, fordert zum Jubeln auf. Kritik ist nicht gestattet. Die Biografien, die vorgeführt werden, sind tatsächlich echt, beziehen sich auf historische Bauchredner und ihre Puppen. Als Kerstin, Tochter eines berühmten, längst verstorbenen Puppenspielers, dessen einst ebenso bewunderte Puppe Frankie aus der Kiste holt, schaudert es die Anwesenden ...
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Tanz Januar 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 36
von Irmela Kästner
Monsieur Delouche, Sie haben die Filmkunst unter anderem bei Federico Fellini erlernt, waren aber gleichzeitig Ihr ganzes Leben lang ein großer Ballett-Fan. Was bedeutet Ihnen der Tanz, wie haben Sie ihn überhaupt entdeckt?
Sehr früh, während des Kriegs, im besetzten Paris. Ich war elf Jahre alt. Paris hatte zu der Zeit keine Straßenbeleuchtung. Im Dunkel der Nacht...
Demis Volpi, Sie arbeiten gerade in Antwerpen am «Nussknacker», bereiten für das Stuttgarter Ballett eine «Salome» vor: zwei abendfüllende Werke in einer Spielzeit. Wollten Sie nicht weniger machen?
Ich mache wesentlich weniger, weil ich nicht mehr selbst die Einstudierung meiner Stücke betreue. Ich beschäftige mich nur mit diesen beiden neuen Stücken. Und mache...
Ein Dutzend graumelierter Herren verlässt den Saal, in Begleitung sorgfältig coiffierter, mit Federputz und Perlenornat bekrönter Damen. «Schönen Abend noch», wünscht einer, bevor er hinausrauscht. Nein, so zivilisiert hat sich gewiss nicht abgespielt, was als Skandal in die Annalen des Balletts einging. Terence Kohler, der dem Publikum des Badischen Staatstheaters...
