Südkorea: Zensur und schwarze Listen
Am 10. März hat das südkoreanische Verfassungsgericht die Amtsenthebung von Präsidentin Park Geun-hye beschlossen. Park habe ihre Amtsgewalt zugunsten eigener sowie der Vorteile ihrer persönlichen Berater missbraucht und somit gegen die Verfassung und gegen weitere Gesetze verstoßen – Rechtsverletzungen, die laut Gericht für eine Amtsenthebung ausreichten.
Im Zuge des Amtsenthebungsverfahrens spielte überdies der Vorwurf der Zensur eine erhebliche Rolle: Wie die Ermittlungen ergaben, wurden regierungskritische Künstler und Personen des kulturellen Lebens auf einer «Schwarzen Liste» geführt, von der Regierung als «aufrührerische Linke» tituliert und systematisch von staatlicher Kulturförderung ausgeschlossen. Die Einrichtung einer Datenbank mit Angaben zu den betroffenen Personen gehe ebenfalls auf das Betreiben der Park-Administration zurück und stellt laut Urteil einen Verstoß gegen die von der Verfassung geschützte Rede- und Meinungsfreiheit dar.
Dass die Regierung als Verfassungsorgan die konstitutionell verbrieften Rechte ihrer Staatsbürger verletzte – die systematische Zensur unter Parks Regime erstreckte sich auf den gesamten kulturellen Verwaltungsapparat des Landes –, ließ ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2017
Rubrik: Menschen, Seite 38
von Sung-Youn Chung
Tanzpakt
Nach dem «Tanzplan» kommt der «Tanzpakt». Fünf Jahre Debatte gingen ihm voraus. Die Tanzförderung fällt in den Aufgabenbereich der Kommunen, denen das Land Zuschüsse gewährt. Und der Bund? Hat bisher mit seinen Initiativen dem föderalen Manifest «Kultur ist Ländersache» gehorcht und eigene Akzente gesetzt.
Das ändert sich nun. Er wird Partner von...
Früher Mittag, Düsseldorf-Bilk, Balletthaus: Ein paar Tänzer chillen in Trainingsklamotten im Eingangsbereich, der zugleich ihr Aufenthaltsraum ist. Eine große Glasfront, schick-gemütliche Polstersofas, schlichte Holztische. Aus der angegliederten Küche weht der zarte Duft von Jasminreis, durch die offene Tür sieht man Wasserdampfwolken über einem offenen Kochtopf....
Zwei Künstlerinnen, zwei Generationen, zwei Kontinente: Aus Kanada kommt die Meisterin, die Form und Sinnlichkeit beherrscht, aus der Slowakei die Ballett-Theatralikerin, die ins weite Feld der Emotionen eintaucht. Jean-Christophe Maillot, Chef der Ballets de Monte Carlo, hat beide Choreografinnen eingeladen, weil ihre Freude, wie er in einem Zeitungsinterview...
