Jule Flierl
Im vergangenen April stellte eine junge deutsche Sängerin, Tänzerin und Choreografin in Brüssel ihr Stück «Störlaut» vor. Der Titel könnte exemplarisch für das stehen, was Jule Flierl ist und tut – nur dass sie ihr Publikum nicht aus bloßer Konfrontationslust «stört» bzw. verstört, sondern aus einem ganz anderen Grund: Flierl gehört zu jener seltenen Spezies von Performern, die nichts für selbstverständlich nehmen, sondern stattdessen lieber alles selber ausprobieren.
Zu welchen Erkenntnissen sie dabei gelangt?
Als ich zum ersten Mal eine Arbeit von Jule Flierl sah, hatte sie sich Christoph Willibald Glucks «Orpheus» vorgenommen. Der Mix aus romantischen Posen und bauchrednerischem Gesang war vorzüglich, man wähnte einen Geist auf der Bühne. In «Störlaut» dagegen geht es um das Werk von Valeska Gert. Flierl zeigte sich enttäuscht angesichts des historischen Filmmaterials, das sie vorfand – kaum mehr als lärmige Cabaret-Szenen. Was nichts daran änderte, dass Valeska Gert die erste Tänzerin war, die mit Gesang experimentierte, mit Stimmeinsatz im Dienste des Tanzes. Ähnlich wie Jule Flierl selbst, die das historische Material mit ihren ganz eigenen – mal leicht brutalen, mal ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 159
von Pieter T‘Jonck
Das Fernsehen machte ihn quasi über Nacht bekannt. Der Dokumentarfilm «Dance or Die» des Regisseurs und Journalisten Roozbeh Kaboly,- für die niederländische TV-Serie «Nieuwsuur» 2016 produziert, schildert, wie sich der junge Syrer Ahmad Joudeh seinen Traum, Tänzer zu werden, erfüllt hat – trotz Krieg und väterlichem Widerstand.
Joudehs Geschichte hat in den...
Der Duft von Pfannkuchen. Die Art, wie der Wind riecht. Wie die Diele knarzt. Wie sich der Boden unter den Füßen anfühlt. Wen wir zum Reden suchen, wenn wir in Sorge sind. Mit wem wir Freude teilen, wenn sie zu viel ist für einen allein. Ein Gericht. Der Gruß des Nachbarn. Ein Lied. Dass der Bäcker weiß, welches Brot wir lieben. Wie wir feiern. Die Chefin der...
Heimat ist der Ort, an dem ich geboren und aufgewachsen bin, der Ort, an dem ich mich am Reinsten und Natürlichsten fühle und geben kann. Ein Ort der absoluten Vertraut- und Sicherheit, gestärkt durch ein Umfeld von Menschen, denen ich blind vertraue, und eine Landschaft, eine Natur, die so wunderschön und gewaltig ist, dass es mir jedes Mal aufs Neue den Schalter...
