In Räumen denken. Bühne - Tanz - Traum
Die Zentralperspektive im Theater ist Geschichte? Zumindest gibt es seit dem letzten Jahrhundert Entwicklungen im Tanz, die der Tatsache Rechnung tragen, dass wir keine Monarchie mehr sind. Die Königsloge ist nicht mehr Fluchtpunkt der Bewegung – so gleichberechtigt wir Bürger, so vielfältig auch das Angebot an unsere Augen.
En dehors und en devant wird nur noch (manchmal) im Ballett getanzt. Zeitgenössische Choreografen sehen die Bühne als Spiel-Raum.
Oder sie verlegen ihre Stücke gleich ganz aus den einschlägigen Mauern in Fabrikhallen, Arenen, den urbanen Raum …
Das Deutsche Tanzarchiv Köln hält die Geschichte des Raums im Tanz für besonders bewegt und widmet ihr deshalb eine Ausstellung im Tanzmuseum (bis zum 10. Januar). Zu sehen sind unzählige Exponate zu den realen und virtuellen Wirkungsstätten des Tanzes und zu den Protagonisten – u. a. Cunningham, Forsythe – und ihrer Evolution.
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Merce Cunningham war schon vor seinem Tod fest gebucht; Europa hätte dem 90-Jährigen zugejubelt. Jetzt ist es eine Farewell-Tournee geworden mit seinen besten Stücken wie «CRWDSPCR» (1993), «Second Hand» (1970) und «Squaregame» (1976). Die Merce Cunningham Dance Company gastiert im frankofonen Europa, in Genf, in Brüssel zu Charleroi/Danses und im Pariser Théâtre...
Was für ein Trieb: Acis wurde von einem Faun und der Nymphe Symæthis gezeugt. Genetisch ist er Wollust pur. So trifft er Galatea, weiß ist sie «wie Blütenschnee des Ligusters». Da kann Mann gar nicht anders, als in frugaler Metapher sich vom antiken Dichter Ovid ausstatten lassen: «mir hängt voll Obstes der Fruchtbaum; Mir glühn purpurne Trauben an lang...
Der Tanzkongress
tagt vom 5. bis zum 8. November in Hamburg auf Kampnagel. Vier große Kapitel will er aufschlagen, von «Tanz und Politik» über «Kreation und Reflexion» bis hin zu «Tanzgeschichten» (dem Schwerpunkt in diesem Heft) und «Lebensläufen» (wie wird und bleibt man Tänzer, das war der Schwerpunkt unseres Sommerhefts 8-9/09).
«Tanzgeschichten» erzählen...
