china blues
Schon wieder China. Seit einiger Zeit räumt das Riesenreich die namhaftesten Kulturpreise ab: Literaturnobelpreis, Friedenspreis des deutschen Buchhandels, davor Friedensnobelpreis. Es hat mit Ai Weiwei einen der meistdiskutierten bildenden Künstler der Gegenwart, und die schönste Frau der Welt kommt derzeit ebenfalls aus China.
Fast könnte man meinen, die westliche Angst vor der aufstrebenden Weltmacht wird mit Belobigungen therapiert, auch wenn die politische Haltung des Ausgezeichneten stets aufmerksam beäugt wird: je mehr Dissident eine(r) ist, desto besser, denn das Label «Menschenrechte» tut auch der Kunst ganz gut. Doch für die international arbeitenden chinesischen Künstler heißt das: Irgendwer ist immer verärgert. Sind sie kritisch, werden sie daheim geächtet. Bleiben sie neutral, meckert das Ausland. Ein Dilemma.
«Der Roman ‹Der Traum der roten Kammer› hat für Chinas Kultur einen ähnlichen Stellenwert wie Thomas Manns ‹Buddenbrooks› für Deutschland», lautet derzeit ein Werbeslogan, mit dem das Ballett Dortmund seine neueste Produktion anpreist. Dennoch hinkt der Vergleich, denn das Lübecker Sittengemälde kann offensichtlich kaum konkurrieren mit der Popularität seines ...
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Tanz Februar 2013
Rubrik: produktionen, Seite 16
von Nicole Strecker
Louise Lecavalier,
Sie haben Ihr neues Werk «So Blue» genannt – sind Sie bekennende Melancholikerin? Ich fühle mich weiß, schwarz, gelb, rot, aber… eigentlich – I feel so blue! Für mich ist die Seele blau, ihre Helligkeit und Tiefe. Sie verwandelt sich kontinuierlich, durchlebt Stadien zwischen Leben und Tod. Ich bin leicht und glücklich, dunkel und ängstlich,...
Es ist ein seltsames Ungetüm, das sich da eine Viertelstunde lang über die Bühne wälzt: Vielköpfig, mit diversen Schnäbeln und Tentakeln, Schuppenpanzern und allerlei Insignien der Herrschaft ausgestattet, richtet es sich schwerfällig zu Ehrfurcht gebietender Überlebensgröße auf. Dann schwankt und brodelt es in seinem Inneren, einzelne Ableger lösen sich von der...
...von Freund und Feind vorzugsweise «Salvo» genannt, ist ein mächtiger Mann in der italienischen Theaterszene, regelmäßiger Gast auf den roten Teppichen von Mailand bis Palermo und immer für eine Provokation gut. Seit 2005 leitet der schwergewichtige Hüne das Ressort «spettacolo dal vivo», sprich: darstellende Künste im italienischen Ministerium für Kultur....
