Asketische Ekstasen

Anne Teresa De Keersmaeker, die Klassikerin der europäischen Postmoderne, trägt Schuld am «flämischen Theaterwunder» der 1980er Jahre. Seither stehen ihre Kompanie Rosas und ihre Tanzschule P.A.R.T.S. im Zentrum von Brüssel.

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Zählt man ihr erstes Solo «Asch» von 1980 dazu, durchmisst das choreografische Œuvre von Anne Teresa De Keersmaeker fast drei Jahrzehnte, in denen sie annähernd vierzig Werke von hervorragender Qualität schuf. Ihre ersten Stücke wie «Fase» (1982) oder «Rosas danst Rosas» (1983) sind noch immer im Repertoire ihrer Kompanie. In «Rosas danst Rosas», für das sie in New York den Bessie Award erhielt, tanzt Anne Teresa De Keersmaeker mit ihren 49 Jahren noch heute mit.

Vor 25 Jahren bewegten sich neben ihr die inzwischen so namhaften Choreografinnen Adriana Borriello, Michèle Anne De Mey und Fumiyo Ikeda. Heute sind es die ebenfalls langjährigen Ensemblemitglieder Cynthia Loemij, Sarah Ludi und Samantha Van Wissen.

Vier Frauen im gleichen Takt, vor gleichen Stühlen, in gleichen Haltungen. Unisono. Es war Anne Teresa De Keersmaekers erster Schritt hin zu immer ausdifferenzierteren Schritten und Choreografien. Dass dieses Stück so kraftvoll ist, Säle in ganz Europa füllt und Déjà-vus erzeugt wie ein Evergreen, hat aber auch eine Schattenseite. Wo immer man über Anne Teresa De Keersmaeker liest, man wird mit Klischees überhäuft: Welch besonderer «emotionaler Schwung» da herrsche, wie sehr ...

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