newcomer: Emilia Giudicelli
Neunzig Vorstellungen im Jahr, große Bühne, Kompanie. «Es war unglaublich.» Sie habe gern ihren Körper den Choreografien von Stephan Thoss gewidmet, sagt Emilia Giudicelli. Doch blieb ihr so wenig Zeit für sich selbst. Nach zwei Spielzeiten in Wiesbaden entschied sie sich für den Wechsel ins freie Feld. Seit Dezember probt sie in Bremen beim steptext dance project mit Helge Letonja «The Bog Forest».
«Mir gefällt, dass wir viel von der Intention aus arbeiten und nicht Formen reproduzieren sollen. Im Moment improvisieren wir viel und arbeiten an Qualitäten.
» Bei einem neuen Choreografen müsse ihr Körper dessen Art oder Sprache «tief körperlich einsaugen, um zu verstehen». Wenn sie das sagt, wirkt sie wie einem französischen Film entsprungen, mit einem grünen Sommerglanz in den Augen, wie jemand, der still über etwas sinnen und plötzlich herzhaft diskutieren kann. Tatsächlich absolviert sie ein Pariser Fernstudium in Humanwissenschaften, um «nach dem jahrelangen körperlichen Lernen etwas für den Geist zu tun. Beides geht ja im heutigen Tanz endlich zusammen.»
In den französischen Alpen in eine korsische Familie geboren, begann sie mit fünf Jahren zu tanzen. Zog mit vierzehn nach Lyon ...
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Tanz März 2011
Rubrik: menschen, Seite 30
von Melanie Suchy
Sie kannten sich nicht, die Kompanie von Harold Rhéaume, Le Fils d’Adrien aus Québec, und Yvann Alexandres Truppe aus dem Loire-Tal bei Nantes. Gemeinsam entwarfen sie in Montréal ihr Triptychon «Jumeaux», legten ihre Arbeit zusammen, um Möglichkeiten auszuloten, auch künftig miteinander zu arbeiten. Jeder Choreograf zeigte sein eigenes Werk, am Ende gab es die...
...vollzieht am Pariser Centre National de la Danse bedächtig den Schritt vom Tänzer zum Choreografen. Der Nordfranzose gehört zu Raimund Hoghes wichtigsten Interpreten. 2008 war er als Faun in «L’après-midi» derart filigran, dass Hoghe sich an den Bühnenrand zurückzog, um Eggermonts innere Ruhe und Spannung zu genießen. Jetzt reiste dieser zusammen mit der...
Welch Eleganz: Daniel Proietto, in roter Jacke und dunkler Hose, dreht sich langsam, dabei einen Arm hebend, den Oberkörper nach hinten gebogen. Er ist in einen weichen, sich gegenläufig drehenden Lichtkegel getaucht. Das Kreisen, in verschiedenen Tempi, bleibt im Verlauf dieses ersten Teils von Russell Maliphants «AfterLight» beherrschendes Element, ungeachtet...
