Rihoko Sato
Choreografie gibt es nur mit lebendigen Körpern. Lebendig heißt, dass die Tänzerin als Interpretin der Choreografie dieser etwas hinzufügen kann, was auch die Choreografin oder den Choreografen überrascht, vielleicht nicht physisch, sondern auf einer Ebene des Unbeschreibbaren. Es geht nicht um bloße Interpretation, es geht um etwas Wertvolleres, die tatächliche künstlerische Zusammenarbeit zwischen Tänzer und Schrittmacher. Das erfährt Saburo Teshigawara fast täglich, dessen Werk von der Kollaboration mit Rihoko Sato beinahe schon abzuhängen scheint.
Sie beherrscht sein Bewegungsvokabular perfekt und schnitzt es sich akkurat und wunderschön in ihren Leib. Bei Rihoko Sato kristallisiert sich die Poetik des Meisters, sie besteht neben ihm, dem großen Tänzer, etwa in «Double Silence», «Mirror and Music» (tanz 7/10) und «Obsession». Ihre Soli und Duette mit Teshigawara sind immer die Highlights seiner Stücke.
Rihoko Satos starke Physis entstammt ihrer Ausbildung als Turnerin in England und den USA, wo sie bis zum Alter von 15 Jahren lebte. Nach ihrer Rückkehr 1996 und einigen Workshops wurde sie Mitglied der Kompanie Karas, tanzte in nahezu allen Stücken von Teshigawara und ist heute ...
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