Ungarn: Kulturkampf
Ungarn: Kulturkampf
Der zurückliegende Dezember war ein schwarzer Monat für die unabhängigen Theater Ungarns – für das Tanz- und Performance-Haus Trafó ebenso wie für die gesamte freie Szene. Die zeigte sich zutiefst besorgt angesichts eines neuen Gesetzesentwurfs der Regierungspartei Fidesz, welcher ursprünglich u. a. die Abschaffung des Nationalen Kulturfonds vorsah.
Dieser hat bislang als autonome Institution über die Vergabe von Fördermitteln an unabhängige Organisa-tionen entschieden und sollte offenbar durch einen regierungsnahen Nationalen Kulturrat ersetzt werden. Zudem formulierte der Entwurf die Erwartung, dass Kulturschaffende, die Förderungen erhalten wollen, «die Interessen des Erhalts, des Wohlergehens und des Gedeihens der Nation aktiv schützen».
Nachdem das Gesetzesvorhaben am 3. Dezember an die Öffentlichkeit gelangte, solidarisierten sich Kulturschaffende und Politiker in bisher ungekanntem Ausmaß. Die großen Theaterhäuser hingegen – und nicht nur solche mit regierungstreuer Intendanz – hüllten sich in erstaunlich großer Zahl in Schweigen. Inzwischen haben mehr als 55 000 Personen eine Online-Petition gegen das Gesetz unterzeichnet, das Ende Dezember dennoch in ...
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Tanz Februar 2020
Rubrik: Side Step, Seite 26
von Andrea Tompa
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