Stefan Haufe
Die spartenübergreifende Arbeit am Theater ist mal wieder in aller Munde:
1. Weil erfolgreiche Kollegen nach langen Jahren ihre Verträge aufkündigen, da ein neuer Intendant Einsätze des Ballettensembles in Musical und Operette verlangt, oder 2. Weil immer noch manche Intendanten argumentieren, der Tanz würde die Operette zu seiner Rechtfertigung brauchen.
Letzteres ist natürlich Unfug. Dummerweise wird aber umgekehrt ein Schuh daraus. Die Operette findet ihre Rechtfertigung nur durch den Tanz.
Die Abonnenten rennen nämlich den Theaterleitungen die Türen ein, weil sie das Ballett in ihrer ansonsten langweiligen Operette vermissen. Das ist ja das Dilemma. Wegen 2. wollen die Intendanten wieder 1.
Weil die Zuschauerbilanzen stimmen müssen. Und das ist die Rechtfertigung, um die es geht. Die des Theaters gegenüber der öffentlichen Hand. Denn je kleiner die Kommune, umso notwendiger sind Operette und Musical im Spielplan, um die Zuschauerränge (und die Kasse) zu füllen. Im ständigen Kampf um Akzeptanz und Autonomie unserer Sparte entsteht daraus aber eine Glaubensfrage: Wie viel Musiktheatereinsätze verträgt ein Ballettensemble?
Und so richtig diese Diskussion an einigen Orten ist, so ...
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