Grenzüberschreitend
hieß das Modewort vor und nach dem Mauerfall. Gemeint war auch die Grenze zwischen den Sparten Tanz, Theater, Musik und Kunst. In Amerika kollaborierte längst Merce Cunningham mit John Cage. Robert Wilson wanderte präzis zwischen den Genres. Da war Brüssel noch lang kein Grenzenlosland, sondern Mixed Pickles. Vom exilierten Belgisch-Kongo zur Atomium-Moderne, von königlicher Pracht zur demokratischen Behördenarchitektur, vom flandrischen Ballett zur frankophonen Szene braucht’s noch heute weniger als zehn Minuten Fußweg.
Brüssel ist durchzogen von unsichtbaren Linien wallonischer, flämischer, europäischer und patriotischer Grenzen. Frie Leysen, die Gründerin des im Mai stattfindenden KunstenFESTIVALdesArts, trat in jede Richtung – Tanz, Musik, Theater – die Zäune ein, um den Brüssler «Sprachenstreit» zu mindern. Der andere, Hugo de Greef, Gründer des Kaaitheaters, hielt die «Sparte» selbst für ein Schimpfwort. Fast scheiterte sein erstes Festival 1977 im alten Hafenviertel an der deutsch-belgischen Grenze. Das von ihm eingeladene, längst vergessene Münchner Kollektiv Rote Rübe wollte der Zoll nicht passieren lassen.
Brüssel heute: keine Utopie der Entgrenzung mehr. Jetzt leben wir ...
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Kurt Koegel has taught for festivals, universities and dance companies including Ultima Vez, Rosas, Gallotta Danse, P.A.R.T.S., SNDO, EDDC, SEAD, and the Korean National University of the Arts. In September 2007 he will direct a new Masters Program in Contemporary Dance Pedagogy at the Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt am Main.
What do you...
Arm das Land, das Tanz nicht duldet. Eine Bankrotterklärung. Aber um den Staat ist es wirklich schlecht bestellt. Um einen Offenbarungseid zu verhindern, bleibt dem König keine andere Wahl, als seine einzige Tochter zu kapitalisieren: Aurore. Sie ist sein ganzer Schatz, und drei Heiratskandidaten setzen ihre Kunst darauf, ihn zu erwerben: Kader Belarbi, Danseur...
Sankai Juku sehen und sich kratzen. Der Anblick weiß bemalter Körper, deren Tünche langsam abblättert, kann extreme Reaktionen hervorrufen. Eine Zuschauerin ging nach der Aufführung von «Toki – ein Augenblick in verschlungenen Zeiten» nach Hause und rieb sich stundenlang die Haut am ganzen Körper. Eventuell auch, um besser zu ergründen, was sie auf der Bühne...
