bouchra ouizguen
«Ich bin nur mit Frauen aufgewachsen, habe also keinen Grund, feministisch zu sein», sagte sie einmal. Bouchra Ouizguen verdient seit ihrem 15. Lebensjahr ihr eigenes Geld mit Tanz und Choreografie. Und das in Marokko, wo nicht ein einziger Cent öffentliches Geld in diese Kunstform investiert wird. 2003 hat sie zusammen mit Taoufiq Izzediou in Marrakesch die Cie Anania begründet.
Ihren internationalen Durchbruch erlebte sie nach der Begegnung mit den drei Chikhates Naïma Sahmoud, Fatima El Hanna, Kabboura Aït Ben Hmad.
Die in Tanz und Gesang geschulten Frauen kommen aus der Aïta-Tradition, hielten sich auch mit Entertainment in Cabarets und Nachtclubs über Wasser. Bei «Madame Plaza», einem Schuppen an der Autobahn nach Casablanca, hat Bouchra Ouizguen sie kennengelernt. «Madame Plaza» hieß dann auch das erste, 2009 entstandene Stück der Truppe, eine Milieustudie mit ineinandergeschobener Vorder- und Hinterseite: vorne die rhythmische Kraft des Tanzes und der raumbildende kehlig-tiefe Gesang, gerahmt von entlarvendem Rollenspiel; hinten eine solidarische Gemeinschaft von Frauen, die ihre Körper aufbauen wie Skulpturen von Aristide Maillol oder Henry Moore.
Der Erfolg des Stücks hält ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 172
von Astrid Kaminski
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