Lode Devos’ «Brel – Getanzte Chansons»

Chemnitz

Tanz - Logo

Links ein altes Mikrofon. Zu Klavier und Kneipengesäusel tragen auf schwarzer Szene Kellner weißes Mobiliar ins Freie. Ein Sänger erscheint nicht, dafür seine Stimme: von der Gewalt eines ganzen Orchesters. Jacques Brel, Belgiens großer Chansonnier, dem der Chemnitzer Ballettchef Lode Devos nun huldigen wird, zieht die je zehn weiblichen und männlichen Cafégäste an. Devos wuchs in Flandern mit Brels Musik auf. Aus dem Werk des 1978 verstorbenen Aufstörers hat er 18 Balladen aus 18 Schaffensjahren lose verbunden.

Starker Text, eigensinnige Musik, furiose Temposteigerungen –, aber die Tänze behaupten sich. Wie souverän Devos dabei Spannung durch Gegensätzlichkeit schafft, zeigt etwa «Fernand», in dem es um den Tod eines Freundes geht: Clément Bugnon gestaltet vor dem Fries vorbeiziehender Frauen die Tragik eines abrupt unterbrochenen Lebens, geschla­gen, getragen, geküsst von der Geliebten. Dann irrt er zu Meeresrauschen durch weibliche Wellen. «Jojo», das Trauerlied über den verstorbenen Manager, gerät zum vielschichtigen Liebesduett zweier Männer, deren Gram durch das Geplänkel dreier Paare bei einem Musettewalzer kontrastiert wird.

Es wird auch biografisch. Strommasten in ...

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Tanz November 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 41
von Volkmar Draeger

Vergriffen
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