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Ob Richard Siegal den Sprung auf den Chefsessel des Bayerischen Staatsballetts nur knapp oder um Längen verpasst hat, darüber darf spekuliert werden. Sicher ist: Sein zeitgenössischer Werkzeugkasten ist besser bestückt als der des siegreichen Igor Zelensky (tanz 4/14). Denn Siegal unterhält nicht nur sein eigenes, «If/Then» tituliertes Entwurfsverfahren, sondern operiert mit zahlreichen Parametern, die den Tanz aus dem Theatersetting herauskatapultieren.
Diesen Verschränkungen geht die Tanzwissenschaftlerin Miriam Althammer in der online-Publikation «InterAktion» nach, die Siegals Schaffen retrospektiv «im Spannungsfeld von Tanz und bildender Kunst der 60er Jahre» verankert. Also dort, wo die ästhetische Avantgarde die Genregrenzen durch Öffnung und Inklusion bis dato feldfremder Bestandteile auflöste. Die Hybridisierung der Kunst, die Verbindung von Ausstellungsartefakt und lebendigem Körper lässt sich bis in die Popkultur jener Jahre nachzeichnen. Althammer indes folgt vor allem der performativen Schiene und landet natürlich bei Cunningham & Cage.
Aufschlussreich ist die Darstellung, wo sie den «If/Then»-Prozess, also Siegals Kreationsprogramm, ...
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Tanz Mai 2014
Rubrik: medien, Seite 58
von
Jean-Christophe Paré kennt das Metier aus fast jeder erdenklichen Perspektive. Er gehörte dem Pariser Opernballett an, wäre beinahe danseur étoile geworden, entschied sich aber in den 1980er-Jahren dafür, seine Energie im Rahmen der Groupe de recherche chorégraphique zu investieren. Ab 1990 wandte er sich dem zeitgenössischen Genre zu und wurde Pädagoge, danach...
den haag_________
kylworks
Aus dem täglichen Pflichtprogramm hat sich Jiří Kylián schon vor geraumer Zeit verabschiedet. Aber die Hände legt der langjährige Boss des Nederlands Dans Theater deswegen nicht in den Schoß, geschweige denn die Füße aufs Sofa. In aller Stille hat Kylián im Korzo-Theater das Beckett-Duo «East Shadow» (tanz 4/14) choreografiert, das nach...
Es gibt ihn, den «guten Schmerz». Man nennt ihn auch den «ehrgeizigen Schmerz». Er zeigt an, wann man Grenzen überwindet, der Körper zu neuen Ufern aufbricht, alte Routinen ersetzt werden, neue Erfahrungen entstehen. Fast jeder Tänzer ist besessen von solcher Schmerzerfahrung. Sie verschiebt das Limit der Belastbarkeit. Sie zeigt, dass man besser wird. Sie ist das...
