Rundgetanzt

Die Panoramen der Irena Paskali.

Tanz - Logo

Niemand steht in einem Treppenhaus. Stehen muss man nur im Aufzug. Oder davor. Im Treppenhaus bewegt man sich, hinauf oder hinab. Es gibt enge, schmale, steile Treppenhäuser wie die zum Kirchturm rauf. Und es gibt weite, hohe, prächtige Treppenhäuser wie hier im Oberlandesgericht Köln oder ein paar Kilometer rheinaufwärts im Kunstmuseum Bonn. Große, generös gebaute Treppenhäuser sind das Zentrum eines Gebäudes. Sie sind seine Achse, sein hohles Rückgrat, eine Hauptstraße in der Vertikalen.

Die Kölner Medienkünstlerin Irena Paskali hat sich darin bewegt, hier mit rotem Tuch, dort mit schlankem Stuhl. Ihre Panorama-Kamera dreht sich mit, rotiert mit fixierter Geschwindigkeit um dieselbe Achse, die auch das Treppenhaus durchzieht. Das Hohe wird dabei so rund wie eine Scheibe. Das ganze Auf und Ab erscheint als eine Wiederkehr der Routinen des Hinauf, Hinab. Die in Mazedonien Geborene sieht in diesem Rund einen «Kreislauf in unserem alltäglichen Bewegungsspielraum», ein «ewiges Auf und Ab» – etwas Paradoxes auch, eine Art Quadratur des Kreises. Denn natürlich sind die Treppenhäuser weiter eckig und steil und hoch, fein polierte, überdachte Gebirge, die zu den Städten gehören wie das ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2020
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Arnd Wesemann

Weitere Beiträge
Die Neue für Israels Tanzhaus: Naomi Perlov

Tanzhäuser gibt es nicht wie Sand am Meer. Zu den ältesten der wenigen zählen das Mercat de les Flors in Barcelona (1983) und das Suzanne Dellal Centre in Tel Aviv. Letzteres hat, nach 35 Jahren, seinen Gründer in den Ruhestand verabschiedet: Yair Vardi, 71, einst Tänzer beim britischen Ballet Rambert, konnte 1989 eine ehemalige hebräische Mädchenschule mit Hilfe...

Nürnberg: Douglas Lee, Goyo Montero «Strawinsky»

Wenn dermaleinst Theaterhistoriker ein Schlagwort für die Ära von Goyo- Montero am Nürnberger Staatstheater- suchen sollten, dürfte relativ schnell «schwarze Periode» die Runde machen. Auch die beiden Ballette «Petruschka» und «Le Sacre du printemps», die zusammen den neuen «Strawinsky»-Doppelabend ergeben, fügen sich nahtlos in das nachtdunkle Konzept des...

Bthvn2020

Die «Dachmarke» kennen Sie noch nicht? Das wird sich in den nächsten Monaten sicher ändern. Ludwig van Beethoven feiert Mitte Dezember seinen 250. Geburtstag, und da wir nur sein Taufdatum wissen, ehrt man ihn sozusagen rund um die Uhr, und das ein ganzes Jahr lang. Irgendwann soll man ja auch noch im entferntesten Winkel der Welt mitbekommen, dass seine Stunde...