luxemburg_on tour
«Vaivén» nennen Juan Kruz Díaz de Garaio Esnaola und Antonio Ruz ihr Projekt, ein zweiteiliges Tanzstück, das im Rahmen des Festivals «Mes de Danza» in Sevilla uraufgeführt wurde. Ein Hin und Her – wörtlich übersetzt ein «Kommen und Gehen» –, das sich sowohl auf die Arbeitsweise der beiden als auch auf die Struktur des Abends bezieht: zwei aufeinander folgende Soli, zuerst von Juan, dem Sänger, dann das von Antonio, dem Tänzer. Beide sind durchgehend auf der Bühne, jeder präsentiert seine Darstellung dem anderen.
Das «vaivén» ist ebenfalls sinnbildlich zu verstehen, steht das Wort im Spanischen doch auch fürs regelmäßige Schwanken eines Schiffs wie für die Unbeständigkeit des Schicksals. Kruz und Ruz – dass sich ihre Namen bloß um einen Buchstaben unterscheiden, ist beiden bestimmt nicht entgangen, obwohl sie sich von Schulze und Schultze insofern unterscheiden, dass sie zwar das Gleiche meinen, sich jedoch verschieden ausdrücken und ganz und gar nicht ähnlich sehen – Kruz und Ruz also tanzen ein Stück, das von Wehmut handelt, von der Vergänglichkeit, von Abschied und Wiedersehen. Denn nicht zuletzt ist das Hin und Her auch geografisch zu verstehen, als Hin- und Herreisen zwischen ...
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Tanz Februar 2015
Rubrik: kalender, Seite 48
von Anna Hohler
Sie sind staatlich geprüfte Bühnentänzerin, waren Solistin an der Deutschen Staatsoper Berlin, Ballettmeisterin am Theater Chemnitz. Was bringt so jemanden dazu, sich vom Theater zu verabschieden und sich auf Pilates zu konzentrieren? Die Neugier auf die Vielfalt körperlicher Möglichkeiten. Ich wollte neue Bewegungskonzepte erlernen. Durch meine Tochter stieß ich...
Wenn einer aus der Talentschmiede von Emanuel Gat kommt und schon ein paar Choreografie-Preise eingeheimst hat, ist die Hoffnung berechtigt, dass er auf der Bühne ordentlich was zu sagen hat. Roy Assaf, Jahrgang 1982, möchte so manches artikulieren, kann sich jedoch bewegungssprachlich nicht so recht entscheiden. Deshalb klebt er im Kleinen Haus des Braunschweiger...
adieu_________
brian macdonald
An seinen Namen wird sich hierzulande kaum noch jemand erinnern. Und doch war Brian Macdonald, 1928 in Montréal geboren, ein ganz und gar «ungewöhnlicher Choreograf», der nach Meinung von Ivan Nagel wie kaum ein anderer «scharf und genau für die Eigenart einer Truppe, die Stärken jedes Einzelnen denken und arrangieren» konnte. «Time...
