Béjart Ballet Lausanne: «Le Tour du monde en 80 minutes»
Maurice Béjart gehörte in Lausanne zu Weihnachten wie Eier zu Ostern. Im Advent pilgerte man gern zu seinen immer ausverkauften Vorstellungen, trank in der Pause ein Glas Champagner. Jedes Jahr ein neues Stück, das war sein Geschenk an die Stadt, seine Heimat seit 1987. Diesmal ist alles anders: der Maître starb vier Wochen vor der Uraufführung. Im Théâtre de Beaulieu ist die Stimmung geladen: «Le Tour du monde en 80 minutes» ist des Meisters letztes Werk. Seine Stimme ist zwar präsent, sie untermalt zwei Szenen. Er aber fehlt.
1800 Zuschauer fühlen sich einsam, trotz frenetischem Applaus. Japanische Fernsehleute filmen nach der Vorstellung weggewischte Tränen.
«Sein Schatten weilte unter uns», tröstet am Tag danach die regionale Tageszeitung. Und der Zürcher Tages-Anzeiger, der sonst der Westschweizer Kultur kaum eine Zeile widmet, titelt: «Maurice Béjarts wunderbares Restemenü». Nun, Reste können sich ja unter den Händen geschickter Kochkünstler in wunderbare Mahlzeiten verwandeln. Hier wirken jedoch die verschiedenen Tableaux aufgewärmt – sowohl im besten als auch im schlechtesten Sinn des Worts. Von den zwölf Bildern (jedes ist einem Land gewidmet) sind nur einige wenige von ...
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