Sehnsucht nach Geborgenheit
Heute über Heimat zu sprechen, heißt häufig über ihren Verlust zu reden. Die Sehnsucht nach heimatlicher Zugehörigkeit tritt ein, wenn man sie gerade zu verlieren scheint oder bereits verloren zu haben glaubt. «Heimatverlust» bewirkt einen Phantomschmerz, meist bleibt er unerlöst. Die äußere Heimat – der Boden, der Wald, das Land, der Raum – ist faktisch ja nach wie vor vorhanden, die innere Heimat aber nicht mehr. Wenn die Übersetzung der inneren und äußeren Heimat ineinander misslingt, -treten Verlustgefühle und mit ihnen Verlustängste auf.
Natürlich hat nicht jeder das Empfinden, seine Heimat einzubüßen. Wo kein Verlustgefühl auftaucht, fügen sich innere und äußere Heimat offenkundig so harmonisch ineinander, dass es keinerlei Übersetzung bedarf. Diese Menschen fühlen sich auf ganz natürliche Weise beheimatet und der Heimat verbunden. Für sie gibt es keinen Anlass, über Heimat nachzudenken oder sich die Frage nach ihrer Neudefinition zu stellen. Womöglich wird sie das mittlerweile zum politischen Konflikt gewordene Räsonnement über «Heimat» eher verwundern, manchmal gar verstören. Doch im verstaubt klingenden, überraschend aus dem Archiv abgelegter Ideen hervorgekramten Wort ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Daheim, Seite 56
von Christian Schüle
Es gibt ein Wort im Tschechischen, das in etwa so viel wie «Heimat» bedeutet. Es heißt domov und ist vom lateinischen domus abgeleitet. Also von dem Begriff eines «Zuhause». Wenn wir diese Idee weiterverfolgen, könnte es auch bedeuten, dass dort, wo unser Haus steht, gleichzeitig unsere «Heimat» ist.
Eigentlich sollte ich diesen Beitrag «Heimat und Migration»...
Heimat ist für mich das, was mein Körper erkennen und verarbeiten kann.
Heimat ist das, was mein Körper enthält.
Heimat ist die natürliche Verbindung mit dem Unbekannten.
Heimat is what makes me clang.
Jone San Martín, Tänzerin, Dance On Ensemble, Berlin
Wie macht er das nur? Tanzen, choreografieren, fotografieren, mitten in der Saison eine wichtige Premiere, kurz danach die erste Ausstellung? Roman Novitzky ist bei allem, was er anpackt, nicht das, was man einen Tausendsassa nennt. Bewundernswert am Ersten Solisten des Stuttgarter Balletts ist weniger, wie er als Multitalent alles unter einen Hut bekommt....
